DEG bezahlt 3:2-Sieg in Hamburg mit schweren Verletzungen

Travis Turnbull erzielte in Hamburg das 2:2 für die Düsseldorfer EG.
Travis Turnbull erzielte in Hamburg das 2:2 für die Düsseldorfer EG.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Verteidiger Bernhard Ebner erlitt beim 3:2-Erfolg in Hamburg vermutlich einen Oberschenkelbruch. Manuel Strodel musste mit einer Schulterblessur raus.

Düsseldorf.. Mit schmerzverzerrtem Gesicht verließ Bernhard Ebner in der 25. Spielminute das Eis. Hamburgs Mathieu Roy hatte dem Eishockey-Verteidiger einen harten Kniecheck versetzt. Hatte sich vor drei Monaten Tim Conboy bei den Hanseaten das vordere Kreuzband gerissen (allerdings ohne Fremdeinwirkung), zog sich im hohen Norden erneut eine Verletzungsschneise durch die DEG-Reihen und der 3:2 (0:0, 0:0, 3:2)-Erfolg wurde mit drei (Schwer-)Verletzten mehr als teuer bezahlt. Ebner musste von Teamarzt Ulf Blecker und Physiotherapeut Freddy Hemelik auf dem Weg in die Kabine gestützt werden und wurde direkt ins Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf gefahren. Erster, bitterer Verdacht: Oberschenkelbruch! Damit wäre die Saison für den 24-jährigen, punktbesten Abwehrrecken gelaufen.

Dennoch bekam Roy nur eine kleine, zweiminütige Bankstrafe aufgebrummt. Und Ebner droht gegebenenfalls sogar selbst noch eine Strafe. Auf dem Weg in die Kabine pfefferte der Düsseldorfer nach wüsten Beschimpfungen gefrustet einen Handschuh auf die Tribüne und traf ausgerechnet einen DEG-Fan. Zumindest schenkten die Betreuer diesem als Entschuldigung einen Schläger und Ebner selbst kam trotz Verletzung vor dem Abtransport noch einmal in die Halle, um sich persönlich zu entschuldigen.

Durch diese Verletzung hielt Play-off-Härte in die bis dato faire Partie Einzug. Doch die Düsseldorfer konnten ihr gefährliches Powerplay gestern Abend zunächst nicht mit einem Erfolg krönen – selbst bei 99 Sekunden mit zwei Mann mehr auf dem Eis scheiterten die Rot-Gelben und es dauerte bis zum Schlussdrittel, ehe der erste Treffer fallen sollte. Und nach der zweiten Pause musste auch noch Manuel Strodel mit Verdacht auf eine Eckgelenks­sprengung der linken Schulter passen.

Dennoch erwischten die Gäste den besseren Start in die Schlussphase und gingen durch den 16. Saisontreffer von Turnbull mit 1:0 in Führung. Die kleine Freude wehrte jedoch gerade einmal knapp eine Minute. Innerhalb von nur 16 Sekunden drehten die Freezers die Partie auf 2:1. Die Düsseldorfer gaben jedoch nicht auf und kamen durch erneut Turnbull in Überzahl zum Ausgleich. Die Hanseaten scheinen der Lieblingsgegner des US-Amerikaner zu sein: Es waren die Treffer zwölf und 13 im 17. Duell mit den Nordlichtern. Und kaum hatte die Überzahl-Maschinerie einmal Fahrt aufgenommen, vollendete Alexej Dmitriev die nächste Powerplay-Gelegenheit zum 3:2.

DEG gewann zum fünften Mal in Folge

Die letzten zehn Spielminuten musste die DEG dann auch noch auf Jakub Ficenec verzichten. Der Defender war nach einem ungeahndeten Check gegen den Kopf kurzzeitig bewusstlos, musste mit einer Gehirnerschütterung in die Kabine.

Allen Nackenschlägen zum Trotz kämpften sich die Düsseldorfer jedoch durch die Partie, fanden einen Weg zum fünften Sieg in Folge und haben nun schon 14 Punkte Vorsprung auf den ersten Nicht-Play-off-Rang mit Platz elf. „Es ist schwer, sich zu freuen. Es war eine tolle Leistung, die wir aber bitter bezahlt haben. Jetzt haben wir drei Punkte, aber auch drei Verletzte. Wenn solche Checks durchgehen, frag ich mich, warum wir das Ganze hier überhaupt noch machen“, kritisierte Cheftrainer Christof Kreutzer nach der Partie hart.

Übrigens: Die zweite positive Meldung gab es gestern vor dem ersten Bully. Die DEG hat kurz vor dem Lizenzschluss noch Thomas Dolak, Trainer des Schüler-Bundesliga-Teams lizenziert. Der Angreifer hatte 2013 seine Karriere aus gesundheitlichen Gründen beendet. Nun könnte der 35-Jährige, der 2010 mit Niki Mondt im Dress der Hannover Scorpions den Deutschen Meistertitel feierte, nach zweijähriger Pause noch einmal auf die Eis-Bühne zurückkehren. „Thomas, mach dich bereit“, betonte Kreutzer nach den drei bitteren Ausfällen gestern Abend nach der Partie auch sogleich.

Das Spiel in der Statistik

Hamburg Freezers – DEG 2:3 (0:0, 0:0, 2:3)

DEG: Beskorowany; Ebner, Daschner; Davis, Belle; Schiestel, Ficenec; Mapes; Kreutzer, Collins, Dmitriev; Preibisch, Turnbull, Sparre; Martinsen, Olimb, Fischbuch; Daxlberger, Strodel, Thiel.

Zuschauer: 12 703.

Schiedsrichter: Piechaczek/Schütz (HC Landsberg/EHC Bad Aibling).

Tore: 0:1 (41:39) Turnbull (Sparre, Preibisch), 1:1 (43:09) Dupuis (Madsen, Clark), 2:1 (43:25) Schmidt, 2:2 (44:00) Turnbull (Davis, Collins/5-4-Überzahl), 2:3 (53:01) Dmitriev (Davis, Kreutzer/5-4).

Strafminuten: Hamburg 22, DEG 16.

Beste DEG-Spieler: Beskorowany (5 Punkte), Turnbull (3), Davis (1).