DEB-Auswahl begeistert auch den Gastgeber
04.05.2011 | 18:56 Uhr 2011-05-04T18:56:00+0200Bratislava Zum ersten Mal seit 81 Jahren hat sich eine deutsche Eishockey-Nationalmannschaft mit drei Siegen für die Zwischenrunde qualifiziert. Das Publikum in der Slowakei ist beeindruckt.
. Wenn 200 Kinder kreischen, erreicht der Lärmpegel bedenkliche Werte. Die deutschen Eishockey-Nationalspieler blickten entsprechend erschrocken auf die wilde Horde, die sich am Mittwoch im Pausenraum der deutschen Schule von Bratislava versammelt hatte. Die aufgeregten Kleinen schwenkten Fahnen, hüpften und verfielen in eine Art von Ekstase, die man sonst bei Konzerten von Tokio Hotel erlebt.
Freude und Erstaunen
Die Profis nahmen es mit einer Mischung aus Freude und Erstaunen; in Deutschland fristen sie schließlich ein beschauliches Dasein in der Randsport-Nische. „Man spürt überall, wie wichtig unser Sport hier in der Slowakei ist“, sagte Torhüter Dennis Endras, „das ist einfach toll.“
In der Slowakei ist Eishockey der Nationalsport Nummer eins und liegt weit vor dem Fußball. Die WM ist das größte Sportereignis, das die 1993 gegründete Republik jemals ausgerichtet hat. Ganz Bratislava ist geschmückt mit Fahnen und Plakaten, auf den großen Plätzen stehen lebensgroße Statuen von Eishockey-Spielern. Die bemerkenswerten WM-Erfolge der deutschen Auswahl, die sich zum ersten Mal seit 81 Jahren mit drei Siegen für die Zwischenrunde qualifiziert hat, haben das Publikum beeindruckt.
70 Prozent der Kinder, die deutsche Schule in Bratislava besuchen, sind Slowaken. Viele Jungs spielen Eishockey. Und natürlich mussten sich die deutschen Profis für ihren 4:3-Coup im Spiel gegen das Gastgeber-Team legitimieren. Korbinian Holzer fand eine diplomatische Antwort: „Ich würde sagen, da hat der künftige Weltmeister den künftigen Vize-Weltmeister besiegt“, verkündete er – und alle lachten.
Überhaupt brachten die Kleinen in ihrer Fragestunde interessante Details ans Licht. So verriet Dennis Endras den Motivationstrick des deutschen Teams: „Wir haben vor der WM einen Vertrag mit unserem Trainer Uwe Krupp abgeschlossen.“ Jeder Nationalspieler habe in einem Brainstorming ein paar Begriffe aufgeschrieben, mit denen sich die deutsche Mannschaft charakterisieren lasse. „Die vier wichtigsten haben wir dann auf ein Plakat geschrieben, das alle unterzeichnet haben“, sagte Endras. Die Begriffe könnten auch Absolventen einer Militär-Akademie einfallen sein, sie lauten: Zusammenhalt, Kampfgeist, Disziplin und Geradlinigkeit. Das Plakat hängt nun in der deutschen Kabine. „Während einer WM braucht man etwas, an das man sich halten kann“, erklärte Endras.
Im ersten von drei Zwischenrunden-Spielen, für die Marcus Kink und Dennis Reul nachnominiert wurden, treffen die Deutschen am Freitag (16.15 Uhr) entweder auf Finnland oder Tschechien. Da die DEB-Auswahl sechs Punkte aus der Vorrunde mitnimmt, muss sie nicht mehr tun, als ein weiteres Spiel zu gewinnen, um ins Viertelfinale einzuziehen. Und so lange bleibt das Plakat hängen. Mindestens.
23:27
Das ganze ist doppelt ärgerlich, wenn man sieht welchen Stellenwert, der Eishockeysport in anderen Ländern hat. In Bratislava herrscht eine Stimmung, wie ich sie in Deutschland, zuletzt 2006 erlebt habe. Eishockeyfans aus der ganzen Welt, in bunter Reihe. Keine großen Polizeiaufgebote, keine gereizte Stimmung.
Was die Veränderungen, beim Eishockey in Deutschland angeht, da kommt ein Faktor, erschwerend hinzu. Die Mediendominanz des Fußballs. An DEL-Meisterschaftsspielen, fehlt sowohl den Öffentlich-rechtlichen, als auch den Privatsendern das Interesse, während beim Fußball sogar, viertklassige Spiele gezeigt werden. Traurig.
Wie auch immer, was Team-Germany, hier leistet, ist aller Ehren wert und verdient Anerekennung, auch in den deutschen Medien. Heute hat man dem finnischen Star-Ensamble ein Bein gestellt, auch wenn es, nach Penaltys nur zu einem Punkt gereicht hat. Drei von vier finnischen Toren, in der regulären Spielzeit, waren Zufallsprodukte. Auch ein Penalty fand nur mit viel Glück den Weg ins deutsche Tor. Das haben auch neutrale und sogar finnische Fans gesagt.
Morgen geht´s gegen Dänemark. Wäre schön wenn man das Viertelfinale klar machen könnte.
17:24
#3
So ist es mir auch gegangen, hab früher intensiv die Liga erfolgt, aber dann kam auch der Bruch und verfolge die Saison nur am Rande.
Mit unsere Nationalmannschaft aber fieber ich nach wie vor mit und nicht weniger euphorisch als bei unserer Fußball-NM. Vor allem kriegt man beim Eishockey wesentlich ehrlicheren Sport geboten, wenn auch meistens in der Vergangenheit nicht so erfolgreich.
Ansonsten hoffe ich, dass sie ihre super Leistungen noch in den nächsten Spielen zeigen können und mind. das VF erreichen. Was danach kommt ist Zugabe...
08:15
Vielleicht liegt es daran, dass der Eishockey hier doch kaputt gemacht wurde. Siehe DEL. Interessiert doch die aufgeblähte Vorrunde keinen. Ich erinnere mich noch an die gute, alte Zeit, da war ich auch regelmäßig beim Eishockey. Aber seitdem die Vereine hier Tiernamen haben, sprich alles Kopiert wurde aus Amerika, da schaue ich schon lange nicht mehr zu. Außer jetzt. Das macht wirklich spaß, den Jungs zuzuschauen. Wenn alles so weiter läuft, ist Platz 3 drin. Das wäre wirklich ein Hammer. Also. Auf geht´s!
01:32
Es ist einfach ein Traum. Schade das es immer noch so wenig Eishockey-Fans gibt. Bei der WM in Deutschland habe ich mir schon verwundert die Augen gerieben.. aber jetzt WOW !!! Genial... doch noch ist nichts gewonnen... ein TRaum wäre der Dritte Platz...