Ausgeglichenheit als Erfolgsrezept der DEG - Mondt fällt aus

Düsseldorfer Jubeltraube: Nicht nur im Derby gegen Köln lief es zuletzt rund für die DEG.
Düsseldorfer Jubeltraube: Nicht nur im Derby gegen Köln lief es zuletzt rund für die DEG.
Foto: Imago
Was wir bereits wissen
Die DEG nimmt vor dem Saisonendspurt Kurs auf das Viertelfinale. Bislang hatten die Rot-Gelben auf jede Niederlage eine Antwort. Routinier Niki Mondt erlitt am Sonntag beim 3:1-Derby-Erfolg in Köln einen Mittelfußbruch und fehlt sechs Wochen.

Düsseldorf.. Es war der 12. September 2014. Die DEG-Eishockeycracks gingen zum Saisonstart sang- und klanglos mit 0:7 im Wolfsburger Allerpark baden. Nur die kühnsten Optimisten hätten damals wohl daran geglaubt, dass die DEG nun, knapp fünf Monate später, zur Länderspielpause vor dem Saisonendspurt auf dem sechsten Tabellenplatz rangiert – und direkten Kurs auf das Play-off-Viertelfinale nimmt. Allein Coach Christof Kreutzer mahnte damals, dieses Ergebnis nicht über zu bewerten. Und sollte Recht behalten. Nach zwei Jahren Abstinenz scheint die Qualifikation für die Meisterrunde so gut wie in der Tasche.

Eine der wohl größten Stärke der Rot-Gelben ist es, auf jede Niederlage eine Antwort zu haben. Auf das 0:7 in Wolfsburg folgte damals ein 4:1 gegen Hamburg. Auf das 0:8 in Iserlohn ein 4:3 gegen Nürnberg. Nach dem umstrittenen 1:2 in Köln gab es einen 3:2-Sieg in München. Auf die zweite Klatsche in Iserlohn (1:8) folgte das 3:2 gegen Straubing. Selbst nach dem bitteren 4:5 gegen Krefeld vor knapp einer Woche, das den Vorsprung auf Platz elf zwischenzeitlich auf zwei magere Punkte schrumpfen ließ, blieb Kreutzer entspannt.

"Sind nach emotionalen Niederlagen immer zurückgekommen“

„Ich habe nie gedacht, dass es das jetzt war. Wir sind nach emotionalen Niederlagen immer zurückgekommen.“ So folgten – natürlich – ein Sieg in Wolfsburg (2:1) sowie Erfolge gegen München (7:3), Meister Ingolstadt (3:1) und erneut Köln (3:1). So beträgt der Abstand auf den ersten Nicht-Play-off-Rang mittlerweile wieder zwölf Zähler. Im Schnitt holten die Düsseldorfer 1,62 Punkte aus den bisherigen 45 Partien. Die Kölner Haie als Elfter indes nur 1,39.

Möglich macht das ein Kader, der so ausgeglichen ist wie seit dem Ausstieg des Namenssponsors vor drei Jahren nicht mehr. Der nachverpflichtete Torwart Tyler Beskorowany ist nach zwischenzeitlich durchwachsenen Auftritten wieder topfit, kassierte in den jüngsten 240 Spielminuten nur sechs Tore und glänzte dabei mit einer durchschnittlichen Fangquote von 95,08 Prozent. Das eigentliche Erfolgsrezept der Düsseldorfer ist daher die Ausgeglichenheit. „Mal trifft die vierte Reihe wie gegen München, mal wie gegen Köln die erste. Hat die eine einen Durchhänger, springt die nächste ein“, betont Coach Kreutzer. „Das ist enorm wichtig, da wir so nicht auszurechnen sind, und es wird dadurch immer realistischer, dass wir die Pre-Play-offs schaffen.“

Treffsichere Verteidiger

Zudem sind nicht nur die Stürmer treffsicher, auch die Verteidiger haben ihren Torinstinkt entdeckt. Zu Beginn der Saison noch die ungefährlichsten der Liga mit nur 1,7 Punkten pro Spiel, sammelte allein Nationalspieler Bernhard Ebner im Januar zehn Punkte und war damit punktbester Verteidiger der Liga (siehe Kasten). Sein Partner Stephan Daschner sammelte zudem ebenfalls allein in den jüngsten vier Partien vier Zähler.

Spielbericht Nach der Länderspielpause wird sich nun noch das Lazarett lichten. Verteidiger Shawn Belle (Lungenentzündung) kehrt zurück. Zudem will Tim Conboy (Kreuzbandanriss) in den kommenden Tagen die ersten (Trainings-)Schritte auf dem Eis machen und auch die Entscheidung im vermeintlichen Dopingfall Davies naht – das Duo würde dem Team in den Play offs nicht nur mehr Tiefe, sondern auch noch mehr Kreativität und Stärke verleihen. Es gibt jedoch auch einen Dämpfer: Routinier Niki Mondt erlitt Sonntag beim 3:1-Derby-Erfolg in Köln einen Mittelfußbruch und fällt sechs Wochen aus. Der 36-Jährige wird bereits heute im Dominikus-Krankenhaus operiert.

  • Am Rande der Bande: Im November setzte sich Keeper Tyler Beskorowany durch, im Dezember folgte ihm Kapitän Daniel Kreutzer. „Nun fehlt nur noch ein Verteidiger“, scherzte Coach Kreutzer nach der Ehrung. Und nun könnte Verteidiger Bernhard Ebner das Trio wirklich komplett machen. Der Nationalspieler war im vergangenen Monat mit fünf Toren und fünf Vorlagen nicht nur Topscorer der Rot-Gelben, sondern auch punktbester Defender der Liga und steht nun zur Wahl als Spieler des Monats Januar.