1:8! DEG geht am Seilersee erneut baden

Vor dem DEG-Tor herrschte immer wieder Alarmstufe Rot – Iserlohn nahm die Rot-Gelben unter Dauerbeschuss.
Vor dem DEG-Tor herrschte immer wieder Alarmstufe Rot – Iserlohn nahm die Rot-Gelben unter Dauerbeschuss.
Foto: Birgit Häfner
Was wir bereits wissen
Das Team von Cheftrainer Christof Kreutzer erlebt nach dem emotionalen Winter Game vergangenen Samstag vor 51.125 Zuschauern eine Bruchlandung im Alltag. Wie schon am sechsten Spieltag war die Mannschaft in Iserlohn chancenlos.

Iserlohn.. 3:2-Derbysieg über Köln vor 51 125 Zuschauer – Europarekord! Doch nur sechs Tage nach dem emotionalen Winter Game in der Stockumer Arena erlebten die DEG-Eishockeycracks eine Bruchlandung im Liga-Alltag und gingen beim 1:8 (0:2, 0:4, 1:2) am Iserlohner Seilersee erneut baden. Bereits am sechsten Spieltag am 28. September hatte es ein 0:8-Debakel bei den Roosters gegen, mit dem der eigene Negativrekord eingestellt worden war. Saisonübergreifend warten die Düsseldorfer somit nun seit sechs Spielen auf einen Erfolg im Sauerland – bei einem Torverhältnis von 6:33!

Hoffnung ruhte auf Beskorowany

„Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, jetzt wieder nach Iserlohn zu müssen. Da wissen die Spieler, dass sie sich nicht zurücklehnen können. Und sind gleichzeitig heiß drauf, die erste Pleite vergessen zu machen“, hatte Cheftrainer Christof Kreutzer unter der Woche noch betont. Vor allem auf Keeper Tyler Beskorowany ruhten die Hoffnungen der Rot-Gelben. Der 24-jährige Kanadier stand beim ersten Duell noch nicht im Kasten der Düsseldorfer und war anschließend der Garant des Aufschwungs. Doch aus dem Plan wurde nichts.

Nach einem guten Start und einige Torchancen in Überzahl für die Gäste, die kurzfristig ohne den erkrankten Verteidiger Shawn Belle auskommen mussten, übernahmen die Iserlohner immer mehr das Kommando und kamen bereits zur Mitte des ersten Drittels durch einen Doppelschlag innerhalb von 58 Sekunden von Nicholas Petersen zur verdienten 2:0 Führung. Die 300 mitgereisten DEG-Fans ahnten bereits böses. Und wurden im Mittelabschnitt bestätigt. Dylan Wruck und Brent Raedeke erhöhten eingangs des Drittels innerhalb von 138 Sekunden auf 4:0 und beendeten damit nach nur 23:42 den Arbeitsabend von Beskorowany. Live-Ticker

So musste nach einer lautstarken Auszeit von DEG-Cheftrainer Kreutzer erneut Back up Lukas Lang zwischen die Torstangen, der einst beim eingangserwähnten 0:8 mit vier Gegentoren innerhalb von nur 17 Spielminuten bereits sein persönliches Waterloo am Seilersee erlebt hatte. „DEG, wisst ihr noch? könnt ihr euch erinnern? 8:0!“, hallte es auch sogleich durch das Hallenoval.

Auch gestern Abend wurde der 28-jährige Lang wie zuvor schon Beskorowany von seinen Vorderleuten im Stich gelassen – und musste nach nur vier Minuten wieder bereits zweimal hinter sich greifen.

Chris Connolly und Petersen mit seinem dritten Streich hatten noch vor der zweiten Pause auf 6:0 erhöht – natürlich per Doppelpack in nur 56 Sekunden. Im Schlussdrittel ging es somit nur noch um Schadensbegrenzung, um die Pleite nicht gar so hoch ausfallen zu lassen wie beim ersten Antritt in Iserlohn.

Zumindest dieses Minimalziel sollte das völlig neben sich stehende DEG-Team noch erreichen. Zwar netzten die Roosters durch zwei weitere Treffer von Jonas Liwing und Wruck erneut achtmal ein. Immerhin gelang Verteidiger Bernhard Ebner in Unterzahl aber diesmal noch der rot-gelbe Ehrentreffer. Rund um die DEG

„Da hätte man auch einen Dominik Hašek ins Tor stellen können, das hätte auch nichts gebracht. Das war ein Totalausfall. Für Sonntag müssen wir uns jetzt noch einmal zusammensetzen. So gewinnt man kein einziges Spiel mehr“, benutzte DEG-Keeper Lang nach der Partie deutlich Worte in Richtung seiner Vorderleute.

Wiedergutmachung muss her

Der „Dominator“ – wie Hašek auch genannt wurde – zählte vor allem in den 90er Jahren immerhin zu den dominierenden Torhütern und gewann in dieser Zeit als einziger Torhüter in der NHL-Geschichte zweimal in Folge die Hart Memorial Trophy als wertvollster Spieler der besten Pucksport-Liga der Welt.

Gegen Schlusslicht Straubing muss Sonntagnachmittag (16.30 Uhr, Rather Dome) nun Wiedergutmachung betrieben werden. Was Mut macht: Nach dem letzten Debakel in Iserlohn gab es vier Siege aus fünf Spielen – unter anderem auch gegen den morgigen Gegner.

Das Spiel in der Statistik

Iserlohn Roosters – DEG 8:1 (2:0, 4:0, 2:1)

DEG: Beskorowany (ab 23:42 Lang); Ficenec, Davis; Daschner, Ebner; Mapes; Dmitriev, Collins, Kreutzer; Sparre, Turnbull, Preibisch; Strodel, Olimb, Martinsen; Thiel, Mondt, Fischbuch.

Zuschauer: 4968.

Schiedsrichter: Brill/Schimm (Zweibrücken/Waldkraiburg).

Tore: 1:0 (10:28) Petersen (Wruck, Raedeke), 2:0 (11:30) Petersen (York, Wruck), 3:0 (21:24) Wruck (Petersen), 4:0 (23:42) Raedeke (Macek), 5:0 (26:31) Connolly (Blank, Bassen), 6:0 (27:27) Petersen (Wruck), 7:0 (47:30) Liwing (Wruck, Petersen), 7:1 (55:06) Ebner (Ficenec/4-5), 8:1 (59:39) Wruck (York, Petersen).

Strafminuten: Iserlohn 4, DEG 12.

Beste DEG-Spieler: keiner!