Eishockey-Bundestrainer verzweifelt gesucht

Prag..  Die Eishockey-WM endet für Deutschland trotz etlicher Absagen mit Platz zehn - einem respektablen Ergebnis. Der Vertrag von Bundestrainer Cortina wird wohl trotzdem nicht verlängert. Ein Überblick über die Nachfolgekandidaten:


Uwe Krupp –
Wahrscheinlichkeit: 90 Prozent

Cortinas Vor-Vorgänger ist der Top-Favorit. Mit dem damaligen DEB-Sportdirektor Reindl bildete Uwe Krupp bis 2011 ein erfolgreiches Gespann. Dann musste der frühere Stanley-Cup-Sieger Krupp unter dem damaligen DEB-Präsidenten Uwe Harnos gehen, weil er einen Vertrag bei den Kölner Haien unterschrieb. Haken: Krupp ist aktuell Trainer der Eisbären Berlin - eine mögliche Doppelfunktion Krupps müsste abgeklärt werden.
Christof Kreutzer –
Wahrscheinlichkeit: 60 Prozent

Gilt als Trainer des Jahres in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Der Bruder des langjährigen Nationalstürmers Daniel Kreutzer führte seinen Heimatclub Düsseldorfer EG in seiner ersten Saison als Coach nach zuvor zwei Jahren auf dem letzten Tabellenplatz der DEL ins Playoff-Halbfinale. DEB-Präsident Franz Reindl sagte während der Playoffs zum Weg der DEG: „Das ist die Zukunft.“ Kreutzer könnte ein aussichtsreicher Kandidat werden, falls es mit Krupp nicht klappt.
Geoff Ward –
Wahrscheinlichkeit: 30 Prozent

Der Meistercoach der Adler Mannheim war bei der WM als Assistent von Cortina dabei und wurde von Spielern, Cortina und Reindl ausdrücklich für seine Arbeit gelobt. Vor allem im Hinblick auf die Heim-WM 2017 will Reindl aber offensichtlich unbedingt einen deutschsprachigen Chefcoach an der Bande, um diesen als „Gesicht“ vermarkten zu können.
Harold Kreis –
Wahrscheinlichkeit: 10 Prozent

Der frühere DEL-Coach der Düsseldorfer EG und Adler Mannheim galt als Co-Trainer von Krupp beim DEB mal als „heimlicher Nationaltrainer“, übernahm während der WM-Spiele 2010 öfter das Coaching. Wurde zuletzt erst noch von Ex-Nationalspieler Sven Felski für die damalige Zeit gelobt. Der frühere Nationalspieler Kreis steht aber inzwischen als Trainer beim EV Zug in der Schweiz an der Bande.
Ralph Krueger –
Wahrscheinlichkeit:
5 Prozent

Vater von Nationalverteidiger Justin Krueger. Der Deutsch-Kanadier führte die Schweiz als Nationaltrainer von 1997 an aus der Zweitklassigkeit in den Dunstkreis der Weltspitze. War später NHL-Coach der Edmonton Oilers und galt nach der Krupp-Ära lange als Favorit von Reindls Vorgänger Harnos. War damals aber schlicht zu teuer und dürfte dies auch heute sein.
Pat Cortina –
Wahrscheinlichkeit:
0 Prozent

Für eine Vertragsverlängerung spräche, dass das Nationalteam angesichts von mehr als 20 Absagen ein respektables Turnier ablieferte. Reindl aber scheint unbedingt einen Neuanfang zu wollen.