Einmaliges WM-Erlebnis - Volleyballer im Halbfinal-Fieber

Voll fokussiert: Bundestrainer Vital Heynen muss mit der DVV-Auswahl gegen Gastgeber Polen bestehen.
Voll fokussiert: Bundestrainer Vital Heynen muss mit der DVV-Auswahl gegen Gastgeber Polen bestehen.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Nun wollen die deutschen Volleyballer auch Polen bezwingen. Die Mannschaft von Bundestrainer Vital Heynen stellt sich im WM-Halbfinale gegen den Gastgeber, der nach Weltmeister Brasilien auch Olympiasieger Russland bezwang, auf eine heiße Atmosphäre ein.

Kattowitz.. Als der Showdown gegen WM-Gastgeber Polen feststand, war die Freude bei den deutschen Volleyballern groß. "Das wird ein einmaliges Erlebnis. Bei der WM im Halbfinale vor über 12 000 Zuschauern gegen den Gastgeber zu spielen - das wird ein hartes, aber auch schönes Spiel. Das muss man genießen", kommentierte Kapitän Jochen Schöps.

Fest steht aber auch, dass am Samstag (live ab 20.15 Uhr/sportdeutschland.tv und Sport1) mit Polen eine Riesenhürde auf dem Weg zur ersten deutschen WM-Medaille seit 44 Jahren wartet. Das Team des französischen Trainers Stephane Antiga besiegte am Donnerstagabend nach Titelverteidiger Brasilien auch Olympiasieger Russland mit 3:2. Damit hat die von ihren Fans frenetisch angefeuerte Mannschaft vier Fünfsatzspiele in Serie gewonnen - das ist WM-Rekord.

Angst macht das Bundestrainer Vital Heynen aber noch lange nicht. "Es wird sehr viel Lärm sein. Natürlich wird das sehr schwer, aber wir sind jetzt so weit gekommen und schauen mal, wo wir den Polen vielleicht weh tun können." Erreicht Heynens Truppe sogar das Endspiel, wird neben sportdeutschland.tv im Internet und Sport1 im Free-TV das deutsche Finale übertragen.

sportdeutschland.tv im Internet und Sport1 übertragen live

Am Freitag, an dem die polnische Mannschaft von Lodz in den Finalort Kattowitz reisen musste, konnte sich das deutsche Team in Ruhe auf seinen nächsten Gegner vorbereiten. Und die angeschlagenen Spieler wie den an Oberschenkelproblemen leidenden Libero Ferdinand Tille pflegen. Ein kleiner Vorteil, der allerdings durch die Unterstützung der einheimischen Fans für ihr Team wieder wettgemacht wird.

Volleyball-WM Die Mannschaft um Topscorer Mariusz Wlazly wird auf einer Woge der Begeisterung durch das Turnier getragen. Allerdings sollte die deutsche Mannschaft, die in ihren bisherigen elf Turnierspielen noch kein einziges Fünfsatzspiel absolvieren musste, physisch in besserer Verfassung sein. "Es wird auch darauf ankommen, wie wir mit der heißen Atmosphäre umgehen", sagte Schöps: "Ich glaube nicht, dass die Fans für uns jubeln werden."

Dabei wäre das gar nicht so abwegig, schließlich spielen inklusive Schöps und der Führungsspieler Lukas Kampa und Denis Kaliberda gleich sechs deutsche Nationalspieler in der polnischen Liga. Auch der deutsche Superstar Georg Grozer wurde mit Rzeszow schon Champion in der Liga und ist immer noch sehr beliebt bei vielen Fans. Nicht zu vergessen Heynen, der in Bromberg als Vereinstrainer arbeitet.

Volleyball ist in Polen eine Topsportart und kann durchaus mit Fußball konkurrieren. Der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) würde gern auch annähernd in diese Regionen vorstoßen und ein spektakulärer Medaillenerfolg bei dieser WM soll der Türöffner dafür sein.

Verbandschef Krohne: "Farbe der Medaille ist egal"

"Das Ergebnis ist schon jetzt eine Sensation für den Volleyball in Deutschland", sagte Verbandschef Thomas Krohne: "Aber wir sind jetzt nur noch einen Sieg von der Medaille entfernt. Wir haben in dem Turnier noch nie zwei Spiele in Serie verloren, deshalb bin ich optimistisch, dass es klappt. Die Farbe der Medaille ist egal."

Am besten wäre es natürlich, gleich den ersten Matchball für den größten Erfolg seit dem Titelgewinn der DDR im Jahr 1970 zu nutzen. Im großen oder kleinen Finale warten dann mit Titelverteidiger Brasilien oder Frankreich nämlich zwei Mannschaften, gegen die Deutschland im Turnierverlauf schon mit 0:3 verloren hat. Allerdings hatte Verbandschef Krohne ja "vor der WM so einen Traum: Wir verlieren unser erstes Turnierspiel gegen Brasilien und treffen im Finale nochmal auf Brasilien und gewinnen." (dpa)