Eine dünne Argumentation

Die ganze Nummer ist unwürdig. Die Trainer aus der Fußball-Bundesliga schießen aus vollen Rohren gegen Silvia Neid, und die Bundestrainerin gibt sich noch während der WM die Blöße, beleidigt zurück zu bellen. Die Spielerinnen seien „in einem katastrophalen Zustand“, lautete ihr pauschaler Vorwurf, den sie gestern immerhin zu entkräften versuchte.

Noch besser wäre es allerdings gewesen, einmal in sich zu gehen, sich vorsichtig zu hinterfragen. Zumal in dieser Position. Denn wenn eine ganze Trainerriege aus der Bundesliga auf Angriff schaltet, sollte man zumindest den konstruktiven Teil der Kritik ernst nehmen, auch wenn Stil und Zeitpunkt fragwürdig sind.

Die jüngste Replik von Silvia Neid, „Ich habe viel erreicht und weiß, dass ich eine gute Trainerin bin“, klingt jedenfalls sehr dünn, und passt ins Bild, das gerade vermittelt wird. Kurzum: Man kann sich nur wundern und wünschen, dass im deutschen Frauen-Fußball demnächst professioneller diskutiert wird. Im Moment klingt alles ein bisschen viel nach Kindergarten.

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