Ein überraschendes Geständnis von Rebekka Otterbach

Soest..  Rebekka Otterbach schmunzelt ein wenig verlegen, als sie über ihre Planung für das Jahr 2015 spricht. Denn ein wenig überrascht dieser letzte Satz schon. Sogar sie selbst. Bei den Westdeutschen Meisterschaften über zehn Kilometer möchte sie zum Beispiel starten und bei den deutschen Halbmarathon-Meisterschaften - „und auf der Bahn möchte ich endlich die 10 000 Meter schaffen“, erklärt sie, „bislang habe ich immer vorzeitig aufgehört.“

Sie, die kurz zuvor beim Silvesterlauf von Werl nach Soest über 15 Kilometer als zweitbeste Frau ins Rampenlicht gelaufen ist? „Ja, ja“, lacht sie. Bahn ist nicht Straße. 56:50 Minuten benötigte die für den TuS Deutz startende Siegenerin für die Strecke und war damit drei Minuten langsamer als die beste Frau, Annika Gomell. Dass Otterbach beim größten Silvesterlauf Deutschlands überhaupt einen Treppchenplatz erreichte, damit hatte sie im Vorfeld nicht gerechnet.

Keine Konkurrenz durch „Mocki“

„Man weiß bei so großen Läufen ja nie, welche Konkurrentinnen noch starten“, erzählt sie zum einen und nennt das Beispiel einer ihr gut bekannten Prominenten. 2013 und 2011 tauchte Sabrina Mockenhaupt stets überraschend an der Startlinie an der Werler Stadthalle auf - und gewann die Frauenwertung. Diesmal allerdings weilt Deutschlands beste Langstreckenläuferin, bekanntlich ebenfalls Siegerländerin, im Trainingslager in Südafrika. „Ich hatte schon mit einer Platzierung unter den Top Ten gerechnet“, sagt Rebekka Otterbach, „aber Zweite? Das ist echt super.“

Zum anderen war die Planung der 28-jährigen Förderschullehrerin bis wenigen Tage vor Silvester eine ganz andere. „Ich wollte eigentlich am Silvesterlauf an der Obernau-Talsperre teilnehmen“, erklärt sie, „aber der wurde auf Grund von Schnee und Eis abgesagt.“

Auf den 15 Kilometern zwischen Werl und Soest herrschten hingegen ordentliche Bedingungen - und eine fantastische Stimmung am Streckenrand. „In den Dörfern war eine so tolle Atmosphäre, dass man sich auf das nächste gefreut hat und die langen Geraden zwischen den Dörfern überstehen konnte“, erzählt Rebekka Otterbach lachend. Bereits auf der Strecke habe sie zudem auf Grund der erstmaligen Fahrrad-Begleitung für die Spitzen-Läufer gemerkt, dass sie auf Kurs Platz zwei lag. „Das war super, weil die Leute mich deshalb noch mehr angefeuert haben“, sagt sie.

So kam die Siegenerin mit gut einer Minute Vorsprung auf die Drittplatzierte Vanessa Rösler (LG Bittermark Dortmund/57:59 Minuten) ins Ziel - und überraschte mit ihrem 10 000er Geständnis.