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EM 2012

Ein Sonderauftrag für Schiedsrichter Stark beim Spanien-Spiel

17.06.2012 | 18:58 Uhr
Ein Sonderauftrag für Schiedsrichter Stark beim Spanien-Spiel
Wolfgang Stark im Gespräch mit den Russen Konstantin Zyryanow and Alan Dsagojew.Foto: Getty

Danzig.   Der deutsche Schiedsrichter steht beim brisanten Duell zwischen Spanien und Krotien erneut im Blickpunkt: Die Italiener befürchten eine Absprache zwischen Kroatien und Spanien, die mit einem Unentschieden ins Viertelfinale der EM einziehen würden.

Wolfgang, übernehmen Sie! Der deutsche Schiedsrichter Wolfgang Stark hat schon wieder einen Spezialauftrag von der Europäischen Fußball-Union erhalten. Der 42-Jährige, für seine Klasse-Leistung beim brisanten Spiel zwischen Polen und Russland (1:1) mit Lob überschüttet, soll an diesem Montag in Danzig (20.45 Uhr/ZDF und live im DerWesten-Ticker) die kaum weniger im Fokus stehende Begegnung der Gruppe C zwischen Kroatien und Spanien gut über die Bühne bringen.

Das Spiel steht unter besonderer Beobachtung, weil italienische Medien eine Absprache befürchten. Die Kroaten und die Weltmeister aus Spanien würden sich mit einem Unentschieden ab 2:2 (3:3, 4:4, etc.) beide für das Viertelfinale qualifizieren – unabhängig vom Ausgang der parallel stattfindenden Partie zwischen dem viermaligen Weltmeister Italien und Irland. Stark wird das Spiel mit seinen Assistenten Jan-Hendrik Salver, Mike Pickel, Florian Meyer und Deniz Aytekin leiten.

Bei "Nicht-Angriffspakt" ist Schiedsrichter machtlos

„Als Schiedsrichter muss man vorbereitet, aber nicht vorbelastet in eine solche Partie gehen. Wenn das einer kann, dann Wolfgang Stark. Dafür ist er routiniert genug“, sagt der deutsche Schiedsrichter-Lehrwart Lutz Wagner. Wagner räumt allerdings ein, dass ein Referee im Fall eines „Nicht-Angriffpakts“ für beide Teams nicht einschreiten kann: „Wenn nichts Regelwidriges passiert, kann er nichts machen. Dafür gibt es keine Grundlage.“

EM 2012
Spanier und Kroaten empören sich über Absprache-Verdacht

Spanien und Kroatien haben empört auf die Vorwürfe einer mögliche Spielabsprache vor der Partie am Montag reagiert. Obwohl beiden Teams ein 2:2 für das Viertelfinale reichen würde, werde es keine Absprachen geben. Dieser Verdacht sei "unverschämt".

Für Wagner kommt die zweite EM-Nominierung von Stark nicht überraschend. Der Bankkaufmann, vor rund einem Monat noch umsichtiger Leiter des skandalösen Bundesliga-Relegationsrückspiels zwischen Düsseldorf und Berlin , wird damit nach Ansicht Wagners für die herausragende Vorstellung bei seinem EM-Debüt belohnt: „Wer das erste Spiel gesehen hat, der weiß, dass man auf Wolfgang Stark bei dieser Endrunde nicht verzichten kann.“

Gratulation per SMS

Wagner und der deutsche Schiedsrichter-Chef Herbert Fandel hatten ihrem Schützling nach dem Spiel zwischen Polen und Russland per SMS zu seiner Leistung gratuliert. Für beide Funktionäre stand bereits zu diesem Zeitpunkt fest, dass die Uefa im weiteren Turnierverlauf nicht an Stark vorbeikommen wird.

Mit einer weiteren guten Vorstellung will sich Stark für die K.o.-Runde qualifizieren. Fandels Stellvertreter Lutz-Michael Fröhlich drückt dafür die Daumen. „Nach der so erfolgreichen ersten Spielleitung kann man eigentlich nur wünschen: Daran anknüpfen und in genau der Qualität nachlegen“, sagt Fröhlich und gibt Stark einen Rat mit: „Volle Konzentration, konsequent bei seiner Linie bleiben. Und etwas Glück braucht man dann auch bei heiklen Einzelsituationen.“ Am Mittwoch wird die Schiedsrichter-Kommission der Uefa unter der Leitung des Italieners Pierluigi Collina dann entscheiden, welche Referees im Turnier bleiben. An der Entscheidungsfindung ist auch Fandel in seiner Eigenschaft als Mitglied der Uefa-Kommission beteiligt.

Pluspunkte sammeln

Stark, der sich während der Endrunde nicht äußern darf, war am vergangenen Dienstag erstmals seit den skandalösen Vorfällen beim Bundesliga-Relegationsspiel in Deutschland auf den Platz zurückgekehrt. Durch seine starke Leistung hat der Bayer, der schon an den Olympischen Spielen 2008 und der Weltmeisterschaft 2010 teilgenommen hat, zudem Pluspunkte für den möglichen Auftritt bei einer weiteren Großveranstaltung gesammelt. Bis Ende 2013 wird entschieden, ob Stark oder Felix Brych aus München den DFB bei der WM 2014 in Brasilien vertreten wird.

sid

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