Ein schwieriges Geschäft

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Was wir bereits wissen
In Duisburg soll ausgerechnet der finanziell immer noch schwer angeschlagene MSV die Frauenfußballerinnen des FCR retten. Ein Plan, der eigentlich kaum funktionieren kann. Ein Kommentar

Alle Jahre wieder stimmt der Frauenfußball dieses Lied an: Von diesem Turnier muss ein Schub ausgehen, wir müssen die Begeisterung in den Liga-Alltag retten. Das war vor der Heim-WM 2011 so, ehe Deutschland im Viertelfinale ausschied. Und es war nach dem Gewinn der EM im Sommer so.

Und wieder einmal sieht der Alltag anders aus. Die Frauenbundesliga war und ist kein Zuschauermagnet, sie ist wirtschaftlich ein lokales, bestenfalls regionales Geschäft. Wer vor Ort keine Sponsoren findet, hat es schwer. Große Unternehmen winken dankend ab. Wenn ein Verein unter diesen Umständen klar kommen will, darf er sich nicht allzu viele Fehler erlauben. Der FCR Duisburg hat nach dem Gewinn des Uefa-Cups 2009 leider wenig Fehler ausgelassen und Kredit und Vertrauen verspielt. Endstation Insolvenz.

Auch der letzte Rettungsplan erinnert eher an eine Verzweiflungstat. Der MSV Duisburg soll sich den finanziellen Mühlstein FCR ans Bein binden? Der MSV, der im Sommer selber nur knapp an der Pleite vorbei schrammte, der in die 3. Liga stürzte und jetzt alles hat – nur kein Geld? In der Mathematik mag minus mal minus ja plus ergeben. Im Fußball, so bitter das für die Duisburger ist, bleibt es eine Milchmädchenrechnung.