Ein passender Schlussgong

Irgendwie passend, dass am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga ausgerechnet jene beiden Vereine gegeneinander spielen müssen, die am weitesten weg von einer professionellen Führung zu sein scheinen. Für den Hamburger SV geht es am Samstag um den Klassenerhalt, und für den FC Schalke 04 vor allem darum, eine gemessen am finanziellen Aufwand und den eigenen Ansprüchen verkorkste Saison nicht noch schlimmer zu machen als sie ohnehin schon ist.

Vielleicht wird es sogar den ein oder anderen Dortmunder geben, der den Königsblauen beim Duell in Hamburg klammheimlich die Daumen drückt – und zwar in der Hoffnung, dass diejenigen, die Schalke diese Saison eingebrockt haben, in der Verantwortung bleiben und weiter so agieren wie bisher. Unrealistisch? Kein bisschen. Und was den HSV betrifft kann man sogar die These vertreten, dass es für den Verein besser gewesen wäre, wenn man vergangene Saison abgestiegen wäre: Weil der glückliche Klassenerhalt einen Neuanfang verhindert hat. Tatsächlich gibt es genügend Beispiele, dass ein Abstieg selbstreinigende Kräfte haben kann.

Vor diesem Hintergrund ist der Ausgang des Spiels der beiden Bundesliga-Dinos doppelt interessant. Weil das Ergebnis einen gehörigen Einfluss auf die künftige Vereinspolitik haben könnte. Und vielleicht ist es für jeden der beiden Klubs auf lange Sicht sogar besser, am Samstag eine Klatsche zu kassieren. Ein verrückter Gedanke? Leider nicht.