Fußball

Ein Königreich für den Königsweg

Fans, Vereine, Politik und Polizei suchen nach einem Mittel gegen die Gewalt. Angesichts der jüngsten Krawallle wirken alle bisherigen Bemühungen hilflos. Ein Kommentar.

Es ist zum Heulen. Niemand hat beim Thema Sicherheit in Fußballstadien bislang den Königsweg gefunden. Dazu ist einerseits das Thema zu komplex, dazu reden andererseits zu viele mit. Dazu reden sie vor allem zu oft übereinander und zu selten wirklich kompromissbereit miteinander.

Was ist, ungefähr jedenfalls, Stand der Dinge: Die Polizei fühlt sich von der Politik im Stich gelassen und als Prügelknabe missbraucht. Die Vereine verweisen auf gesellschaftliche Ursachen für die Randale. Die Politik möchte die Vereine mit Blick auf ihre Millionen-Umsätze für Polizeieinsätze zur Kasse bitten. Die Ultras beanspruchen in ihrem Selbstverständnis als Gralshüter der Fan-Kultur mehr und mehr Sonderrechte. Die Liga vermisst die Distanzierung der organisierten Fans gegenüber der kriminellen Minderheit in ihrer Kurve.

Und so weiter und so weiter. In dieser Gemengelage arbeitet man sich aneinander ab. Und so kommt es, dass man staunend vor zwei Kernbotschaften des Berliner Fan-Gipfels steht: Mit uns kann man reden, sagen die Fan-Vertreter, mit Ausnahme der Pyrotechnik. Die müsst ihr uns erlauben. Mit uns kann man reden, nicken die von der Liga. Mit Ausnahme der Pyrotechnik. Die erlauben wir euch nie.

Es ist zum Heulen. Denn was auch immer an Appellen, Ermahnungen, Verboten, Kontrollen und Strafen diskutiert und ausprobiert worden ist, hält die Chaoten bis jetzt nicht davon ab, sich auf der Bühne Fußball auszutoben. Ein Königreich für alle, die den Königsweg entdecken.

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