Ein Kampf gegen zu düstere Gedanken

Paderborn..  Michael Born ist, na ja, überrascht. Der Mann, dessen Ansicht der Manager des Fußball-Bundesligisten SC Paderborn 07 selbst nach der bitteren 0:2 (0:0)-Niederlage der Ostwestfalen bei Hertha BSC Berlin nicht teilen mag, ist Uwe Hünemeier. Ausgerechnet Hünemeier, der Kapitän des SCP. Noch in den Katakomben des Berliner Olympiastadions sagte dieser in die vereinseigene Internet-TV-Kamera: „Unser Ziel muss sein, am Ende der Saison auf Platz 16 zu stehen.“

Der Relegationsrang. Der Platz der zweiten Chance auf den Verbleib in der obersten Liga, wenn 34 Spiele nicht ausreichen, den Klassenerhalt zu sichern. Wonach es in Paderborn derzeit ausschaut. Das Hinspiel gegen Berlin gewann die Mannschaft von Trainer Andre Breitenreiter am zehnten Spieltag noch mit 3:1. Es war der vierte Saisonsieg der Mannschaft ohne große Spielerpersönlichkeiten, die sich an diesem 2. November auf Tabellenplatz zehn wiederfand und deutschlandweit Lobeshymnen erhielt.

Seitdem ging es bergab. Seitdem gelang lediglich ein Sieg und holte der SCP nur neun Pünktchen. Noch schlimmer: Seitdem schossen die Paderborner sieben Tore. Nur sieben Tore.

„Wenn man keine Tore schießt, kann man keine Spiele gewinnen“, sagte Breitenreiter fast resignierend nach der Pleite in Berlin, die durch die Treffer von Valentin Stocker (68. Minute) und Nico Schulz (88.) zustande kam. Er gratulierte Hertha-Trainer Pal Dardei gar zum erreichten Klassenerhalt, da der Vorsprung auf den Tabellen-17. aus Paderborn nun acht und auf den 16. Hamburger SV sieben Punkte beträgt.

„Es ist schon eine gewisse Ernüchterung eingetreten“, sagt Michael Born am Tag nach der Niederlage. Der Manager ist stets Teil des Kreises, welchen Spieler, Trainer und Funktionsteam nach jeder Partie noch auf dem Rasen bilden. Er blickt dann in die Gesichter, er hört Breitenreiters Worte. „Wir müssen uns die Lockerheit und das Selbstvertrauen zurückholen“, sagt er.

Sieben Spiele, 21 Punkte

Derzeit ist beides weg. Aber nicht unwiederbringlich. „Es wäre falsch, den Kopf in den Sand zu stecken“, sagt er. Sieben Spiele stehen aus, 21 Punkte sind noch zu vergeben. Einer trennt die Ostwestfalen von Rang 16, vier jeweils von den Plätzen 15 und 14. „Wir wollen unbedingt im Heimspiel gegen Augsburg drei Punkte holen, um die Serie von schlechten Ergebnissen zu durchbrechen“, fordert Born. „Und dann schauen wir, was die nächsten Spiele bringen. So weit sind die anderen Teams nicht entfernt.“ Hannover 96 und den SC Freiburg meint er.

„Wir müssen sehen, dass wir im nächsten Heimspiel Tore schießen, ein Erfolgserlebnis haben - und dann gewinnen wir auch wieder Spiele“, sagte Uwe Hünemeier noch. Diese Aussage unterstreicht Michael Born. Dass sein Kapitän zudem vom Saisonziel Platz 16 redete? „In unserer derzeitigen Situation ist das naheliegend“, sagt der Manager und Verbal-Motivator. Aber er denkt trotz der auch spielerisch mageren Vorstellung in der Hauptstadt anders über das Ziel des SCP: „Wir müssen in die Erfolgsspur zurückkehren.“