Ein Handball-Spektakel bleibt aus

Kiel..  Die Vorentscheidung blieb aus, der Zweikampf zwischen den „Zebras“ des THW Kiel und den Rhein-Neckar Löwen um die deutsche Handball-Meisterschaft geht weiter. „Das werden alles Endspiele“, meinte Kiels Geschäftsführer Thorsten Storm nach dem hartumkämpften 23:23 (11:10) im Spitzenspiel zum Restprogramm beider Rivalen.

In der Tabelle bleibt Kiel (53:7 Punkte) vor den Löwen (51:7), die ein Spiel in Rückstand sind. Die um 47 Treffer bessere Tordifferenz spielt dem Titelverteidiger und Rekordmeister in die Karten. Daher sieht auch „Löwe“ Uwe Gensheimer den THW im Vorteil: „Wir haben es nicht mehr in unserer Hand.“ Beiden Teams bleibt nur wenig Zeit, um sich auf die nächsten schweren Aufgaben vorzubereiten. Die Löwen müssen schon am Dienstag gegen MT Melsungen antreten. Für den THW steht am Mittwoch die hohe Auswärtshürde beim SC Magdeburg an.

Mit einem Sieg vor 10 285 Fans in der ausverkauften Arena hätten sich sowohl der 19-malige Titelträger aus Kiel als auch sein schärfster Rivale aus dem Badischen einen erheblichen Vorteil verschaffen können. Entsprechend motiviert gingen beide Teams zur Sache. Vor allem in der Defensive wurde mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gekämpft. So blieb ein spielerisches Spektakel ebenso aus wie der große Schritt Richtung Titel.

Beim THW machte vor allem Schlussmann Kim Sonne auf sich aufmerksam. Der 22 Jahre alte Däne stand einmal mehr als Nummer eins zwischen den Pfosten, da Andreas Palicka verletzt und Johan Sjöstrand erkrankt ist. „Er hat leider sehr gut gestanden“, lobte Landsmann und Löwen-Keeper Niclas Landin nach dem ersten Unentschieden im 22. Liga-Duell beider Teams neidlos.

Der vermeintliche Nachteil auf der Torhüterposition und das Fehlen eines gelernten Linksaußens hatten Kiels Trainer Alfred Gislason Sorgen bereitet. Dass es für die „Zebras“ aber nicht zum Sieg reichte, hatte andere Gründe. Der THW schaffte es nicht, eine Vier-Tore-Führung (21:17/50. Minute) über die Zeit zu bringen. „Wir hatten es in der Hand, aber am Ende sitzen wir hier alle recht unzufrieden mit einem Punkt“, sagte Gislason nach dem Spiel.

Mannheims Kapitän Gensheimer, mit acht Toren, davon fünf Siebenmeter bester Werfer seiner Mannschaft, lobte derweil die „große Moral, die wir gezeigt haben“. Steffen Weinhold (5) traf für Kiel am besten.