Ein ganz besonderer Treffer

Wolfsburg..  Für Brent Raedeke war es ein besonderer Treffer: Der Stürmer der Iserlohn Roosters, Klub aus der Deutschen Eishockey-Liga, erzielte in der Verlängerung bei den Grizzly Adams Wolfsburg das entscheidende Tor für die Sauerländer zum 3:2-Erfolg – vor den Augen seines Vaters. Denn der 24-jährige Deutsch-Kanadier hatte Besuch aus der Heimat. Allerdings zog dieses Tor eine hitzige Diskussion nach sich, Wolfsburg fühlte sich benachteiligt. Offensichtlich zurecht, denn Roosters-Stürmer Alex Foster hatte im Torraum gestanden. Allerdings hatten die Unparteiischen den Videobeweis herangezogen -- und den Treffer gegeben.

„Bei unserem Siegtor hat der Schiedsrichter so entschieden. Da haben wir Glück gehabt“, war Roosters-Trainer Jari Pasanen nach der Partie ehrlich und meinte außerdem: „Das war ein kurioses Spiel. Beide Teams hatten viele Verletzte. Es ist unglaublich, was die Spieler zuletzt geleistet haben.“

Zwar zeigten sich die Sauerländer gut erholt von der Heimniederlage gegen Straubing, im Vollbesitz ihrer Kräfte liefen sie dennoch nicht aufs Wolfsburger Eis. Beim Samstagtraining hatte es Keeper Mathias Lange erwischt. Somit musste Daniar Dshunussow gegen seinen Ex-Klub spielen. Vor dem Anpfiff wurde in einer Schweigeminute des Wolfsburger Fußballprofis Junior Malanda gedacht (siehe Sportseite 1), der am Samstag bei einem Autounfall tödlich verunglückt war.

Das Duell begann mit einem optischen Übergewicht der Gäste, die nach zwölf Minuten in Führung gingen. Einen Schuss von Sean Sullivan fälschte EHC-Stürmer Christian Neuert unhaltbar für Felix Brückmann ab. Ein Ex-Iserlohner war es dann, der den Ausgleich herstellte: Als Sebastian Furchner Dshunussow die Sicht nahm, traf Tyson Mulock zum 1:1 (17.).

So unproduktiv der Mittelabschnitt verlief, so furios begann das Schlussdrittel. Sebastian Furchner traf in Überzahl, Milley hatte in der Folge gar den nächsten Treffer auf dem Schläger, visierte aber den Pfosten an. Wie aus dem Nichts gelang Iserlohn in dieser Phase der Ausgleich, als Nick Petersen die Scheibe unter die Latte hämmerte (47.) – beide Treffer waren wegen vorausgegangener Aktionen allerdings nicht unumstritten.

In der vorletzten Minute rückte Torwart Dshunussow in den Blickpunkt. Als ihn Aleksandar Polaczek regelwidrig von den Beinen geholt hatte, traf Christoph Höhenleitner zwar, doch das Tor wurde wegen des Fouls nicht geben. „Ich habe mich auf den Puck konzentriert, dann hat mich ein Körper getroffen“, beschrieb Dshunussow die Szene. „Ob es ein Foul war, weiß ich nicht. Aber mir brummt jetzt der Schädel.“ Und weil die Schiedsrichter Polaczek Absicht unterstellten, kassierte er eine große Strafe. Diese Überzahl nutzte Raedeke in der Verlängerung zum entscheidenden Treffer.