Duell der Spielphilosophien ohne wirklichen Gewinner

Hagen..  Es tat sowohl Ingo Freyer als auch Henrik Rödl gut, ein bisschen über die Vergangenheit zu plaudern. Über all die spannenden Spiele, die die Basketball-Bundesligisten Phoenix Hagen und TBB Trier in den vergangenen Jahren bestritten haben. Freyer, Trainer der Westfalen, konnte sich etwas von der bitteren 70:77 (44:34)-Pleite vom Sonntagabend ablenken, Rödl hingegen vom sehr wahrscheinlichen Abstieg seines insolventen Traditionsklubs. „Es ist ein schönes Gefühl, mal abzuschalten“, sagte der Trierer Coach.

Ingo Freyer stimmte seinem alten Kumpel Rödl, mit dem er vor über 20 Jahren bei Alba Berlin spielte, zu. „Es tut mir sehr leid, was in Trier passiert. Wir stehen eigentlich Jahr für Jahr nebeneinander in der Tabelle.“ Beide Trainer haben Respekt voreinander, auch wenn sie sich in ihrer Basketball-Philosophie grundsätzlich voneinander unterscheiden. Rödl steht für einen kontrollierten, klassischen Stil, Freyer hingegen für aggressives und wildes Spiel. Immer wenn die Systeme aufeinander prallen, ist Dramatik vorprogrammiert.

So war es auch gestern Abend in der Arena am Ischeland, doch da die Gastgeber in dieser Saison daheim stets nervös und unkonzentriert agieren, kam Trier nach hohem Rückstand wieder ins Spiel. Im letzten Viertel führte Trier erstmals (63:61), die Westfalen verloren nun jegliches Selbstbewusstsein. Auch Topscorer Todd Brown (20) traf nun schlechte Entscheidungen. Die Enttäuschung war groß. Auch wenn der Hagener Klassenerhalt sicher ist.