DSV-Springer warten auf Befreiungsschlag

Garmisch-Partenkirchen..  Nicht einmal abseits der Schanze konnten sich die deutschen Skispringer nach dem Fehlstart ins neue Jahr den erhofften Spaß holen. Weil es nicht kalt genug war, fiel der jährliche Ausflug zum Sponsorentermin eines Autoherstellers am Ruhetag der Vierschanzentournee aus: kein Rennen auf der Eispiste. Stattdessen viel Zeit zum Grübeln vor dem dritten Springen am Sonntag in Innsbruck.

Bundestrainer Werner Schuster war zu der ernüchternden Einsicht gelangt: „Bei besonderen Events scheint die Stressresistenz noch nicht gegeben zu sein, um das Ganze zu bewältigen. Für die Big Points sind sie noch nicht komplett genug.“

Weit weg vom Podest

Auch beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen war den deutschen Hoffnungsträgern, Severin Freund und Richard Freitag, kein Befreiungsschlag gelungen. „Die Bilanz fällt sicher nicht positiv aus. Ich hatte mir viel mehr vorgenommen“, räumte Freund nach Platz zehn ein. Freitag war als Neunter ebenfalls weit weg von einem Platz auf dem Podest.

Wie schon in den vergangenen Jahren klafft bei der Tournee eine Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Dem Topduo Freund und Freitag ist auf den ersten beiden Stationen vor heimischer Kulisse jeweils nur ein guter Sprung gelungen. „Das ist zu wenig, um vorne mitzumischen. Die nackten Zahlen sind ernüchternd“, bilanzierte Schuster, verfällt jedoch nicht in Aktionismus. „Eine Jetzt-erst-recht-Stimmung kann auch zu einer Verkrampfung führen. Wir müssen klaren Kopf behalten.“

Um ein deutliches Zeichen zu setzen, sortierte der Chefcoach den enttäuschenden Team-Olympiasieger Andreas Wank aus und nahm Daniel Wenig mit auf die Reise nach Österreich. „Wanks Olympia-Bonus ist aufgebraucht. Er kommt derzeit nicht vom Fleck“, sagte Schuster.

Wenn die Tournee nicht zu einem Debakel werden soll, muss in Innsbruck und Bischofshofen die sportliche Wende her. Erst dreimal seit der Wiedervereinigung schaffte es kein DSV-Springer im Tournee-Gesamtklassement unter die Top Ten. Als bester DSV-Starter belegt Freund zur Halbzeit den zwölften Platz.