DOSB wünscht Europaspiele in Westeuropa - Lob für Baku

Der Deutsche Olympische Sportbund lobt die Organisatoren der Europaspiele in Baku und hofft für die nächste Auflage auf einen Ausrichter aus Westeuropa.

Baku.. "Es wäre gut, dass wir mit den zweiten, dritten, vierten Spielen zeigen, wie vielfältig Europa ist", sagte DOSB-Vorstandschef Michael Vesper am Sonntag vor der Schlussfeier. Patrick Hickey, Präsident des Europäischen Olympischen Komitees, hatte sich für einen Gastgeber der Spiele 2019 aus dem westlichen Teil Europas ausgesprochen. "Wünschenswert wäre es, da kann ich nur zustimmen", erklärte Vesper.

Der ursprünglich für die zweite Auflage der Spiele vorgesehene Ausrichter Niederlande hatte sich vor allem aus Kostengründen zurückgezogen. Einen deutschen Vorstoß schloss Vesper mit Blick auf die Olympia-Kandidatur Hamburgs 2024 allerdings aus. "Wir sind mitten in einem Bewerbungsrennen. Das ist meines Erachtens nicht denkbar, dass man zwei Spiele oder zwei Bewerbungen durchzieht." Bislang hat sich noch kein Kandidat öffentlich klar geäußert, im Gespräch sind Weißrussland, Russland oder die Türkei.

Die Premiere der Europaspiele in Aserbaidschan wertete der DOSB positiv. "Wir sind sehr zufrieden mit den professionellen Bedingungen der Veranstalter", sagte Vesper. "Das ist eine gelungene Premiere gewesen."

Der Gastgeber Aserbaidschan soll Kritikern zufolge insgesamt bis zu neun Milliarden Euro für die Premiere des Kontinentalevents ausgegeben haben, allein die Eröffnungsfeier kostete zweieinhalb Mal so viel wie bei Olympia 2012 in London. "Das was hier passiert ist, muss nicht der Maßstab sein", erklärte Vesper mit Blick auf die Zukunft. "Das wird sehr individuell zu diskutieren sein. Das hängt von den finanziellen Möglichkeiten ab, das kann in der Zukunft ganz anders sein."

Bei Gesprächen mit Kritikern und Menschenrechtsorganisationen habe sich "kein einheitliches Bild" bezüglich der Haltung der Spiele gezeigt, berichtete der frühere Grünen-Politiker. "Es wurde Kritik an den finanziellen Rahmenbedingungen geäußert, aber es wurde auch deutlich gemacht, dass die Spiele nicht das Problem sind."

Man werde nach den Spielen erneut mit Human Rights Watch sprechen. "Ich möchte das nicht so machen, dass das Thema ab morgen nicht mehr interessant ist", sagte Vesper. Die autoritär geführte Regierung von Staatspräsident Ilham Aliyev wird wegen Verstößen gegen Menschenrechte und die Pressefreiheit unter anderem von Menschenrechtsorganisationen kritisiert.