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DOSB verschärft Ton in Streit mit Howman

28.06.2012 | 13:09 Uhr
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Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat im Streit mit David Howman, dem Generaldirektor der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), den Ton verschärft.

Berlin (SID) - Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat im Streit mit David Howman, dem Generaldirektor der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), den Ton verschärft. "Das haben alle nicht verstanden, warum Herr Howman da solch eine Interview-Offensive gemacht hat, was ihn da geritten hat", sagte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper am Donnerstag am Rande der Einkleidung der Olympia-Mannschaft in Mainz dem SID: "Es ist eine falsche Tatsachenbehauptung. Herr Bach war nicht Mitglied dieses Panels. Es nützt nichts, sich öffentlich Vorwürfe zu machen."

Howman hatte am Mittwoch mit einem Brief an den Sportausschuss des Deutschen Bundestages für Wirbel gesorgt. Darin hatte Howman erklärt, dass DOSB-Präsident Thomas Bach im Jahr 2002 zu einer Kommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gehört habe, die eine UV-Bestrahlungsmethode verboten habe. Diese sei der Methode des Erfurter Mediziners Andreas Franke ähnlich gewesen.

"Herr Bach war nicht, wie von Herrn Howman leichtfertig und fälschlicherweise behauptet, Mitglied des damaligen Disciplinary Panel. Herr Bach hat nicht an der entsprechenden Entscheidung des IOC-Exekutivkomitees am 26. Mai 2002 mitgewirkt", hatte DOSB-Sprecher Christian Klaue bereits am Donnerstagvormittag in einer Presseerklärung mitgeteilt.

Seit Monaten wird in Deutschland darüber diskutiert, ob die in Erfurt angewandte Blutbehandlung von Sportlern mit UV-Strahlung von Franke auch vor dem 1. Januar 2011 unerlaubt gewesen ist und damit ein Doping-Vergehen darstellt. Bach hatte sich in der Frage mit Aussagen über ein Dopingvergehen in den letzten Monaten zurückgehalten. "Natürlich hat sich Thomas Bach damals auch öffentlich geäußert. Dazu steht er nach wie vor", sagte Vesper dazu.

Howman hatte schon im Streit um die Aufarbeitung der Affäre Erfurt die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) heftig kritisiert. Mittlerweile soll Howman "Kommunikationsprobleme" in seiner Organisation eingeräumt haben. In der kommenden Woche soll ein Treffen der beiden Organisationen stattfinden.

Die WADA hatte am 26. April zunächst erklärt, dass die Behandlung am Olympiastützpunkt Erfurt vor 2011 erlaubt gewesen sei und kein Doping dargestellt habe. Am 31. Mai hatte Howman der NADA in einem Brief mitgeteilt, diese Entscheidung sei zurückgenommen, denn die NADA habe zur Klärung des Falles wichtige Informationen nicht an die WADA weitergegeben. Aus seiner Sicht sei die Methode schon vor 2011 verboten gewesen.

sid

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