Dortmunder kämpfen sich zurück

Dortmund..  Zu einer Karnevalshochburg mit nichts als Singen und Lachen wird Dortmund in dieser Saison nicht mehr werden. Immerhin aber hatten die Fans des BVB diesmal nicht nur viel zu leiden, sondern auch viel Spaß. Mit 4:2 (0:1) siegte die Borussia am Freitagabend am Ende sogar beinahe souverän gegen den FSV Mainz 05, sorgte damit nach dem Frust der letzten Heimniederlage gegen Augsburg für versöhnlichen Jubel und verabschiedete sich erst einmal aus der Abstiegszone. „Ich bin a) fix und fertig und b) total erleichtert“, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Wenn Jürgen Klopp für diese so wichtige Partie gegen seinen Ex-Klub auf die gesamte Startformation der schönen Siegeserfahrung vom letzten Spieltag in Freiburg hätte zurückgreifen können, wäre das wohl geschehen. Der Trainer musste aber kurzfristig auf Mats Hummels verzichten. Den Kapitän hatte die Grippewelle erwischt. Ihn ersetzte Sokratis.

Subotic kurz unkonzentriert

Was nach nicht einmal einer Minute passierte, hatte schon den Charakter einen kleinen Demütigung für die wegen der Vertragsverlängerung von Marco Reus unter der Woche mit einer Extraportion Optimismus in die Begegnung gegangenen Hausherren. Über einige Um- und Irrwege geriet der Ball in den BVB-Strafraum, wo Neven Subotic gegen Shinji Okazaki nicht auf der Höhe war. Roman Weidenfeller konnte jedoch klären. Zu Elkin Soto, der weit draußen auf der linken Flanke stand, an einem Ort des Platzes, der bis dahin nicht als Gefahrenzone galt. Bis dahin. Soto beförderte den Ball nämlich mit einem fein berechneten Linksschuss ins Tor. 1:0 für Mainz. Nervenzusammenbruch bei Dortmund?

Der war zunächst nicht zu diagnostizieren. Bereits in der dritten Minute versuchte sich Reus an der passenden Antwort. Sein Ball knallte gegen den Pfosten. Shinji Kagawa scheiterte dann mit dem Nachschuss am jungen Stefanos Kapino. Der Torhüter klärte auch in der achten Minute gegen Pierre-Emerick Aubameyang. Und in der 43. Minute parierte er einen Freistoß von Reus. Irgendwo zwischen Minute 15 und der letzten Offensivaktion der ersten Runde hatten sich die Löcher im Nervenkostüm der in dieser Saison dauergebeutelten Borussen doch offenbart.

Eine Besinnungspause konnte ihrem Spiel nur gut tun.

Und diese gab es. Und diese wurde auch tatsächlich genutzt. Der BVB erzeugte sofort Druck in der zweiten Hälfte. Bereits in der 48. Minute brachte Marcel Schmelzer den Ball per Eckstoß vor das gegnerische Tor. Subotic tankte sich mit vollem Körpereinsatz durch. Kopfball. 1:1. Und sieben Minute später war es Kevin Kampl, der Reus anspielte. Der umkurvte Kapino. 2:1. Singen und Lachen, das zwei Minuten andauerte. Dann geriet der Ball zu Yunus Malli und der verwandelte trocken zum 2:2. Nervenzusammenbruch bei der Borussia?

Diesmal: bis zur letzten Minute nicht. Dortmund spielte weiter. Dortmund wurde immer stärker. Und in der 71. Minute bediente Reus den Kollegen Aubameyang.

Nuri Sahin zur Stelle

Der bugsierte den Ball geschickt an Kapino vorbei. Und sieben Minuten später bereite Aubameyang indirekt auch noch den endgültig entscheidenden Treffer vor. Kapino konnte seinen Schuss nicht richtig entschärfen. Nuri Sahin war da. 4:2.

Und dann: nicht nur Erleichterung, sondern Freude. Wie es Klopp schon nach dem 3:0 von Freiburg angeordnet hatte.