Djokovic stürmt sorgenfrei ins Viertelfinale

Melbourne..  Boris Becker zeigte auf der Tribüne seine berühmte Faust und applaudierte energisch. Seinem Schützling Novak Djokovic gelang beim Stand von 3:3 im ersten Satz gegen den Luxemburger Gilles Muller ein eleganter Lob zum 30:0. Becker quittierte das wohlwollend. Bei fast schon kühlen 15 Grad in Melbourne konnte sich der prominente Coach des Weltranglisten-Ersten in seiner blauen Trainingsjacke anschließend entspannt zurücklehnen und das Geschehen in der Rod-Laver-Arena gelassen beobachten.

Auch wenn sich die Nummer 42 der Tennis-Welt in manchen Momenten als unbequemer Gegner erwies, setzte sich der viermalige Australian-Open-Champion Djokovic am Ende souverän in 2:08 Stunden mit 6:4, 7:5, 7:5 durch. Ohne Satzverlust erreichte der 27 Jahre alte Serbe sein 23. Grand-Slam-Viertelfinale in Serie und ist in dieser Form auch erster Anwärter auf den Titel: „Ich habe noch keinen Satz abgeben und fühle mich ganz gut auf dem Platz. Das ist ermutigend.“

Titelverteidiger Wawrinka weiter

Auch ein leicht blutender Zeigefinger nach einem Sturz auf den blauen Betonboden störte Djokovic nicht. Nach kurzer Behandlungspause spielte er ohne Schwierigkeiten weiter. Im Kampf um den Einzug in die Vorschlussrunde trifft er am Mittwoch auf den an Nummer acht gesetzten Milos Raonic. Titelverteidiger Stan Wawrinka bekommt es mit dem US-Open-Finalisten Kei Nishikori zu tun.

In der Damen-Konkurrenz stehen erstmals seit Wimbledon 2010 beide Williams-Schwestern im Viertelfinale eines der vier wichtigsten Turniere. Die fünfmalige Australian-Open-Gewinnerin Serena trifft jetzt auf die Slowakin Dominika Cibulkova, Venus (34) spielt gegen ihre 15 Jahre jüngere Landsfrau Madison Keys. Für die deutschen Damen gab’s nach dem enttäuschenden Abschneiden im Einzel immerhin im Doppel eine erfreuliche Überraschung: Julia Görges und Anna-Lena Grönefeld schalteten die topgesetzten Titelverteidigerinnen Sara Errani und Roberta Vinci aus Italien mit 6:3, 4:6, 7:5 aus und stehen im Viertelfinale.