Die Zeichen stehen auf Neustart

Mönchengladbach..  Vermutlich lief draußen vor dem Stadion schon der Motor des Mannschaftsbusses, die Kicker von Borussia Dortmund wollten den Ort der Schmach ja schnell verlassen. Doch auf einen Fahrgast mussten die Spieler des Bundesligisten eben doch noch warten, nachdem sie überwiegend wortlos den Gladbacher Borussia-Park verlassen hatten.

Michael Zorc ließ seinem Zorn freien Lauf. „Das ist absoluter Weltrekord und nicht zu akzeptieren“, echauffierte sich der BVB-Sportdirektor nach der Pleite in Gladbach, bei der der BVB zum dritten Mal in dieser Saison ein Gegentor in der ersten Minute hatte schlucken müssen. „Das sagt viel aus, das ist Schläfrigkeit.“ Sechs Spiele vor dem Saisonende taumelt Schwarzgelb durch die Liga – zu gut, um abzusteigen, zu schlecht für einen Europapokalplatz.

Am Samstag mussten die Dortmunder sich den Spott Granit Xhakas gefallen lassen: „Ganz ehrlich: Auf Dortmund haben wir gar nicht mehr geschaut“, sagte der Schweizer, „selbst wenn wir nur 17 oder 13 Punkte Vorsprung hätten, würden sie uns nicht mehr überholen.“ Bei 20 Zählern weniger werden die Dortmunder ihre Seuchensaison erstmals seit 1991 wieder hinter der Borussia aus Gladbach beenden.

Dortmunds Abwehr war stets bemüht

Zwar bleibt der BVB noch die fünftbeste Rückrundenmannschaft, doch bei ihrer fußballerischen Eindimensionalität drängt sich der Zwang eines Neustarts auf. Wobei die finanzielle Umsetzung an den Verkauf von Spielern der Güteklasse Gündogan und Hummels geknüpft sein dürfte.

„Jedes Gegentor war für sich genommen Quatsch“, resümierte BVB-Trainer Jürgen Klopp frustriert. Um noch Platz sieben erreichen zu können, müsse man nun die Heimspiele gegen Paderborn und Frankfurt anders gestalten, vor allem in der Defensive. Denn für das Verhalten dort fand Klopp nur eine Beurteilung: „Wir waren bemüht.“ So etwas möchte kein Arbeitnehmer im Zeugnis über sich lesen.