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Die Schalker Stehauf-Männer

29.01.2012 | 20:46 Uhr
Die Schalker Stehauf-Männer

Köln.  Schalke steckt in dieser Saison nicht nur beim 4:1 in Köln alle Rückschläge weg. Laut Manager Horst Heldt ist jetzt eigentlich nur noch eine "Meister-Diskussion“ zu befürchten.

Auf der Bank saßen ein Jugendspieler (Sead Kolasinac ), der noch nie in der Bundesliga mitwirken durfte, und ein Rekonvaleszent (Tim Hoogland), der vor 21 Monaten das letzte Mal dabei war. Es hat schon Schalker Trainer gegeben, die bei der Aufstellung aus einem größeren Fundus schöpfen konnten als Huub Stevens am Samstag beim Spiel in Köln. Aber es hat auch selten eine Schalker Mannschaft gegeben, die die Rückschläge so entschlossen weggesteckt hat. Nicht nur beim am Ende triumphalen 4:1-Sieg in Köln, sondern schon die ganze Saison über. Und das ist der eigentliche Grund, warum Schalke sich an der Tabellenspitze einfach nicht abschütteln lässt und jetzt schon 40 Punkte hat – so viele wie im Vorjahr in der ganzen Saison.

Stevens fühlt sich bei Marica bestätigt

Das Spiel in Köln war, nun ja, so ein kleines Meisterstückchen dieser Unbeugsamen aus Gelsenkirchen. Als die Spieler nach dem Abpfiff vor ihren Fans auf dem Rasen hockten und nach deren Aufforderung in die Höhe hüpften, da wirkten sie wie eine Ansammlung von Stehauf-Männern. Unglücklicherweise war das Bild aber nicht ganz komplett, weil ausgerechnet der Spieler fehlte, der an diesem Tag am meisten für diese Qualität der Unbeugsamen stand: Ciprian Marica verpasste die kleine Feier, da er nach seiner Auswechslung kurz vor Schluss schon in der Kabine war und dort Fitnessübungen absolvierte. Trainer Stevens hatte dem rumänischen Stürmer in der 83. Minute den individuellen Applaus gegönnt, nachdem dieser mit zwei Toren zum Matchwinner des Tages geworden war. Dabei, so ehrlich sollte man sein, war Marica oftmals schon die Qualität für Schalke abgesprochen worden. Stevens dagegen hatte immer gesagt: „Wir werden jeden brauchen.“ Und nach dem Sieg in Köln fügte er hinzu: „Das hat sich heute bestätigt.“

Marica ersetzte Raul

Schalkes Trainer hatte sein „Bauchgefühl“ entscheiden lassen und Marica als Vertreter des verletzten Top-Stars Raúl nominiert – und zunächst nicht Jose Manuel Jurado oder Teemu Pukki, mit deren Trainingsleistungen er nicht zufrieden war. Raúl war nach Höwedes, Holtby, Farfan und Jones der fünfte Leistungsträger, auf den Schalke verzichten musste. Erwähnen könnte man auch noch Fährmann, Kluge oder Baumjohann. Stevens aber sparte sich eine Auflistung und lobte lieber „die Jungs“, die auf dem Platz standen: „Ein großes Kompliment, dass man so viele Ausfälle wegsteckt und nach einem 0:1-Rückstand mit 4:1 gewinnt.“

Schalke dreht zum fünften Mal ein Spiel

Reibungslos war das nicht vonstatten gegangen, wie schon der Pausen-Rückstand durch das frühe Tor von Lukas Podolski aus der vierten Minute zeigte. Doch letztlich war der Wille, sich auch in dieser angespannten Lage nicht unterkriegen zu lassen, größer als der Qualitätsverlust durch die fehlenden Spieler. Und die Tore eben durch Ciprian Marica (60. und 72. Minute), Klaas-Jan Huntelaar (78., Foulelfmeter) und Marco Höger (82.) waren zum Teil wie aus einem Guss herausgespielt. Bereits zum fünften Mal hatte Schalke damit in dieser Saison ein Spiel nach einem Rückstand gedreht und hat auf diese Art nun schon 13 der insgesamt 40 Punkte gesammelt – auch das zeugt von den enormen Nehmer- und Geber-Qualitäten der Schalker Stehauf-Männer.

Schalke musste viele Rückschläge verkraften

„Wir haben immer wieder Probleme, aber die werfen uns nicht um“, sagt Manager Horst Heldt – und dies kann man getrost auf den ganzen Saisonverlauf beziehen. Erst trat Trainer Ralf Rangnick aufgrund seiner Burn-out-Erkrankung zurück, doch der für ihn zurückgekehrte Huub Stevens wirkt so, als wäre er nie weg gewesen. Dann riss sich Schlussmann Ralf Fährmann das Kreuzband, doch ein Torwart-Problem hat Schalke im Jahr eins nach Manuel Neuer schon gar nicht, weil Lars Unnerstall wie ein Alter hält. Und nun drehte das Team in Köln ohne fünf Leistungsträger ein 0:1 in ein 4:1 um. Da kommt so viel zusammen, dass man sich fragen kann: Worüber will Schalke eigentlich stolpern?

Schalke dreht das Spiel in Köln

 

Horst Heldt glaubt die Antwort zu kennen und sagt: „Eine Meister-Diskussion.“ Deswegen, psst, nur ganz leise: So hat Schalke eine Chance.

Manfred Hendriock

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Kommentare
30.01.2012
10:39
Die Schalker Stehauf-Männer
von lightmyfire | #3

Das passt zum Schalker Lied: Steh auf, wenn Du ein Schalker bist.

30.01.2012
09:07
Die Schalker Stehauf-Männer
von crasher29 | #2

Man muss sich wirklich manchmal schon fast verwundert die Augen reiben, wenn man sieht, wie Schalke diese Saison spielt. Und ich teile die Einschätzung von Heldt: Eine Meister diskussion könnte in der Tat tödlich sein. Schaut euch nur mal an, wie schlecht die Bayern mit dem Erwartungsdruck von drei Titeln usw. klarkommen.

Die scheinen ordentlich zu verkrampfen während Dortmund, Gladbach und Schalke sich darin üben, die Erwartungen klein zu halten und völlig befreit einen Gegner nach dem anderen abschießen, komme was da wolle, quasi...

Man darf echt gespannt sein, wie die Tabelle aussieht, wenn die Top 4 gegeneinander gespielt haben.

Egal was am Ende draus wird: Die Liga ist spannend wie nie und es macht wirklich Spaß das ganze zu verfolgen, da ja wirklich ein Super-Spiel das nächste jagt...

In diesem Sinne: Lasst die Spiele beginnen und möge der Beste Meister werden! ;-) (und in der Momentaufnahme ist der Beste aus meine SIcht auf keinen Fall Bayern... Das ist aber auch schon das einzige, was ich dazu sagen kann. Sich da wirklich festzulegen ist eigentlich nicht möglich...)

30.01.2012
05:20
Die Schalker Stehauf-Männer
von ResidentEvil | #1

5 mal inne Bundesliga. Und wir lagen gegen Helsinki nach dem Hinspiel 1-3 hinten und haben die 2. Halbzeit 6-1 gewonnen...also aus einem 1-3 noch ein 7-4 gemacht!

Schalke sollte erst nach den Spielen in Gladbach und bei den Bayern von einer moeglichen Meisterschaft sprechen...falls die Tabelle dann immer noch so knapp ist da oben....

Von den 4 Vereinen da oben, macht Bayern den schwaechsten Eindruck. Nervoes, aengstlich, Quergeschiebe, ballbesitzorgien in der eigenen Haelfte...fast haette der felix einen Punkt von dort mitgenommen....das 1-0 fiel ja eigentlich aus dem Nichts....
waehrend der ungeliebt Nachbar aus der naehe von Luedenscheid und Gladbach sehr sicher und stabil wirken. Aber die Bayern reden staendig vom CL Finale....so nicht...nicht mit den leistungen der Rueckrunde...ihr Bayern!

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