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Die Roosters im Visier der großen NHL-Stars

16.10.2012 | 18:41 Uhr
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Die Roosters im Visier der großen NHL-Stars
Eishockey-Superstars aus der NHL: Claude Giroux (links) und Daniel Briere.Foto: Bongarts/Getty Images

Iserlohn/Berlin.   Die Iserlohn Roosters spielen am Sonntag gegen die Eisbären Berlin - mit deren spektakulären Neuverpflichtungen aus der NHL: die Superstars Daniel Briere und Claude Giroux, die in zwei DEL-Spielen gemeinsam zwölf Scorerpunkte gesammelt haben. Die Roosters verzichteten auf große Stars: in der DEL ein Wettbewerbsnachteil.

Im vergangenen Jahr war es. Karsten Mende saß auf der Tribüne des TD Banknorth Garden, der imposanten Eishalle der Boston Bruins. Der Manager hielt sich in Amerika auf, um mögliche Neuzugänge für die Iserlohn Roosters zu sichten. An diesem Tag sah er zwei überragende Eishockey-Spieler, so überragend, dass er sich daran erinnern kann: Daniel Briere und Claude Giroux. „Gute Jungs“, sagt Mende und lacht ein Lachen, das klar macht, wie sehr er untertreibt. Gute Jungs, die mit der beschaulichen Welt am Seilersee nichts zu tun haben. Eigentlich. Denn am Sonntag sind diese beiden Stars die Gegner.

Der Tarifstreit zwischen der Spielergewerkschaft und den Klubbesitzern in der besten Liga der Welt, der NHL, spült derzeit ein paar Könner herüber nach Deutschland . Aber Giroux (24) und Briere (35), die vor ein paar Tagen von den Philadelphia Flyers kamen und bei Meister Eisbären Berlin anheuerten, sind die spektakulärsten Importe dieser spektakulären Eishockey-Tage.

Die Eisbären holen "nur die Sahnestücke"

„Das ist typisch für die Eisbären. Sie holen nicht irgendwelche NHL-Spieler, sondern nur die Sahnestücke“, sagt Pavel Gross, der Trainer des EHC Wolfsburg. Mit 2:6 verlor seine Truppe gegen die beiden Kanadier. Briere schoss drei Tore, Giroux bereitete drei Treffer vor. Zwölf Scorerpunkte haben die beiden schon gesammelt - in zwei Spielen. Magie in Berlin. „Der Unterschied ist, dass die beiden nicht nur hier Stars sind, sondern auch in der NHL“, so Mende.

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Briere ist Weltmeister mit Kanada und einer der besten Stürmer der NHL. Sein Acht-Jahres-Vertrag bei den Flyers bringt ihm 52 Millionen Dollar ein. Girouxs Gehalt nimmt sich dagegen bescheiden aus: 2,75 Millionen Dollar. Doch er gilt in der NHL als Aufsteiger der vergangenen Saison, in der er 110 Tore vorbereitete. Mit ihm als Coverbild bringt Sony sein Playstationspiel unter die Leute. Auf dem Fußball-Konsolenspiel ist Lionel Messi abgedruckt.

Die Stars zahlen ihre horrenden Versicherungen selbst

„Wir haben auch diskutiert, ob wir in der NHL zuschlagen sollen“, sagt Mende, der Manager des seriös, aber immer am Limit wirtschaftenden IEC. Geld ist in dieser Sache aber nicht das Problem. Die NHL-Profis wollen einfach nur spielen, machen beim Gehalt Abstriche und zahlen sogar ihre horrenden Versicherungen selbst. Aber sie verschlingen aus Sicht der Klubs die begrenzten Ausländer-Lizenzen. Und das womöglich nur für ein paar Wochen, weil der Tarifstreit in der NHL jederzeit zu Ende sein kann. In der Nacht zu heute gab es erneute Gespräche. Bei einer Einigung sind die schönen Stars schnell wieder weg. Mende schaut gespannt auf die Entwicklung in Amerika, wann die Könner die Konkurrenten wieder verlassen müssen und der verschärfte Wettbewerbs-Nachteil für die Roosters wieder endet.

Drei Siege fuhren die Roosters in der vergangenen Saison gegen Berlin ein. Mende hofft auf eine Wiederholung, auch wenn Daniel Briere und Claude Giroux die Chancen nicht gerade erhöhen. Trotzdem sagt Mende: „Als Eishockey-Fan freue ich mich darauf, die beiden am Sonntag spielen zu sehen.“

Daniel Berg

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