Die Playoff-Könige aus Ingolstadt räumen ab

Ingolstadt..  Ingolstadts Stürmer Christoph Gawlik richtete den Fokus ganz schnell auf die Mission Titelverteidigung. Nach dem spektakulären 5:2-Erfolg des ERC ist die Ausgangslage für die restlichen Endspiele um die deutsche Eishockey-Meisterschaft wieder völlig offen. „Jetzt geht es noch mal von vorne los“, betonte der Finalheld der Oberbayern von 2014 vor Spiel drei der Best-of-Seven-Serie am Dienstag bei den Adlern Mannheim.

Das Gerede vom vermeintlichen Favoriten Mannheim und Außenseiter Ingolstadt scheint verstummt – zu clever hatte der Vorjahreschampion den Rivalen zermürbt. Die erste Niederlage nach zuvor acht Playoff-Siegen in Serie musste der Vorrundenprimus der Deutschen Eishockey-Liga auf der Heimreise verdauen. „Jetzt gibt es keinen Favoriten mehr“, meinte Mannheims Manager Teal Fowler.

Die Oberbayern sind dabei, wie vor einem Jahr gegen die Kölner Haie dem höher gehandelten Gegner den Schneid abzukaufen. „Wir müssen unser Spiel spielen und keine Angst haben, Fehler zu machen“, sagte Adler-Verteidiger Nikolai Goc. „Das muss aus den Köpfen raus.“

Dass Mannheims Truppe von Trainer Geoff Ward zauderte und ähnlich wie schon im ersten Spiel (2:1 n.V.) kaum ein Mittel fand, lag am ganz speziellen Playoff-Charakter der Ingolstädter: einem Mix aus Galligkeit, Zielstrebigkeit und völliger Hingabe ohne Rücksicht auf Verluste. Angesprochen auf seine schiefe Nase meinte Kapitän Patrick Köppchen: „Ich habe einen Check ins Gesicht bekommen. Ist ein bisschen verschoben – halb so schlimm.“

Eine bemerkenswerte Leidensfähigkeit war es auch, die dem Team von Coach Larry Huras zum wichtigen Sieg im zweiten Match verholfen hat – etwa bei Unterzahlsituationen mit vielen Abschlüssen des Gegners. „Es gibt Schöneres, als einen Schuss mit 120 Stundenkilometern ans Knie zu bekommen“, erzählte Nationalspieler Patrick Hager voller Anerkennung in Richtung Abwehrchef Köppchen und Co. „Aber wir sind froh, genau diese Jungs in der Mannschaft zu haben.“