Die Kanzlerin schickt eine SMS mit besten Wünschen fürs Team

Ottawa..  Es gibt keine der insgesamt sieben Frauenfußball-Weltmeisterschaften, die Silvia Neid nicht miterlebt hat. Entweder als Spielerin, Assistenz- oder Cheftrainerin war sie mittendrin, und daher ist es für die inzwischen 51-Jährige auch unmöglich, alle Erinnerungen abzuspeichern. Etwa an die vielen Duelle gegen Norwegen, beständige Großmacht im weibliche Segment. Da nun zum zweiten WM-Gruppenspiel am Donnerstag (22 Uhr/ ARD) der 39. Vergleich – bislang hat die DFB-Auswahl 20-mal gewonnen - ansteht, kam am Tag zuvor auf der Pressekonferenz in Kanada die Frage auf, was sie als schönstes und schlimmstes Erlebnis abgespeichert habe. „Nicht so schön war, als wir 1995 Vize-Weltmeister wurden.“ Nach einem 0:2 gegen Norwegen.

Während Silvia Neid als Spielerin damals in Stockholm bedröppelt vom Rasen schlich, jubelte auf der Gegenseite als Nationaltrainer Norwegens. Ein gewisser Even Pellerud, der seit 2013 zum zweiten Male die Geschicke der „Gresshoppene“ (Grashüpfer) lenkt.

Will heißen: Der Mann weiß, wie man Deutschland schlägt, und so kündigt sich ein zähes Ringen an. „Ich kann mich kaum erinnern, dass wir bei großen Turnieren oder in der Qualifikation mal nicht gegen Norwegen gespielt hätten“, betont Torjägerin Celia Sasic, die wieder zum Einsatz kommen wird. „Ihre blauen Flecke sind verheilt“, sagte Neid, die aber die an einer Schambeinprellung leidende Melanie Leupolz nur auf den Kunstrasen schicken will, „wenn sie nichts mehr merkt.“ Dafür dürfte Dzsenifer Marozsan ihr WM-Debüt geben.

Dass in der Heimat erneut ein Millionenpublikum an der Mattscheibe mitfiebert und auch die Männer-Nationalelf mittlerweile öffentlichkeitswirksam Anteil nimmt, ist bei der deutschen Delegation in Kanada angekommen. Fast beiläufig berichtete die Bundestrainerin darüber, dass ihr Bundeskanzlerin Angela Merkel gerade eine SMS mit besten Wünschen gesendet habe. „Das zeigt wieder, dass Deutschland ein fußballbegeistertes Land ist.“