„Die Gladbacher sind weiter als wir“

Köln..  Seit Juli 2013 ist Jörg Schmadtke (Bild) als gebürtiger Düsseldorfer beim rheinischen Nachbarn 1. FC Köln für den Sport verantwortlicher Geschäftsführer. Mit ihm, Trainer Peter Stöger und dem Präsidium um Werner Spinner ist im Vergleich mit früheren Zeiten Ruhe eingekehrt.


Frage: Herr Schmadtke, wie viele Fußballwelten ist der 1. FC Köln noch vom kommenden Gegner Borussia Mönchengladbach entfernt?
Jörg Schmadtke: Da sind schon noch deutliche Unterschiede erkennbar zwischen den beiden Klubs. Die Gladbacher haben einen deutlichen Vorsprung, weil sie in den letzten Jahren sehr viel richtig gemacht haben. Auch wenn es als Kölner schwer fällt, aber man kann es ruhig sagen: Die Gladbacher sind weiter als wir.


Dennoch scheint das Anspruchsdenken der FC-Fans schon wieder zu steigen. Wie kann oder will der FC dem gerecht werden?
In meinen Augen ist das eine Mär. Der Standort hat eine gewisse Unruhe, das stimmt. Zum Teil entsteht das auch durch die lokalen Medien. Und die nehmen sich die Fans als Feigenblatt und sagen: Von denen kommt die Unruhe. Aber das stimmt nicht. Unsere Fans verstehen, dass wir eine Politik der kleinen Schritte machen müssen. Wenn sie nach zwei Siegen in der zweiten Liga vom Europapokal singen, ist da viel Selbstironie dabei - die nicht jeder versteht.


Die Zwischenbilanz ist für einen Erstliga-Rückkehrer gut. Wo wird der FC am Saisonende stehen?
Zwischen Platz zehn und fünfzehn. Es gibt keinen Anlass, schwärzer zu sehen. Aber wir werden wachsam sein müssen. Die Bundesliga ist schnelllebig, die Dinge drehen sich unglaublich schnell. Da darf man sich nicht selbstzufrieden hinsetzen.


Woran leidet das Team zu Hause?
Was uns noch fehlt, ist im letzten Drittel des Spielfelds hohe Geschwindigkeit kombiniert mit Passgenauigkeit und Konsequenz vor dem Tor. Das muss man entwickeln - wir sind dabei, diese Dinge zu entwickeln.