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Fussball-Gewalt

Die Gewalt in der Fanszene wird immer geschmackloser

02.09.2012 | 18:31 Uhr
Die Gewalt in der Fanszene wird immer geschmackloser
Fußballspieler müssen sich zunehmend vor gewaltbereiten "Fans" in Acht nehmen.Foto: imago

Essen.   Ausgeschachtete Gräber, angsteinflößende Hausbesuche, demolierte Autos: Die Gewalt in der Fußball-Fanszene nimmt immer drastischere Formen an. Vor allem die Gewalt gegen einzelne Spieler hat eine makabere Qualität erreicht.

Der Protest, die Wut, die Drohungen der vermeintlichen Fußball-Fans haben in den vergangenen Jahren immer aufs Neue Grenzen überschritten. Makabrer wie schockierender Tiefpunkt: Im November 2008 kamen Spieler von Dynamo Dresden nach einer 0:3-Heimpleite gegen Paderborn auf den Trainingsplatz – und blickten in elf wie Gräber ausgeschachtete Löcher, versehen mit Holzkreuzen. Eine kollektive Geschmacklosigkeit.

Vermummte Haustürbesuche und zerkratzte Autos

Fußball
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Die zunehmende Gewalt im Fußball scheint allmählich zu eskalieren: Nach massiven Bedrohungen hat Kevin Pezzoni aufgegeben und sich dazu entschlossen den Bundesligisten 1. FC Köln zu verlassen. DFL-Präsident Reinhard Rauball fordert nun die „Strenge des Gesetzes und der Vereine“ ein.

Eine neue Qualität aber hat die zunehmende Gewalt gegen Einzelne. Im vergangenen Oktober hatte ein Fall in der Regionalliga für Aufsehen gesorgt. Daniel Bauer, Spieler des 1. FC Magdeburg, verließ den Verein, weil er Morddrohungen erhalten hatte. Zudem hatten zehn Vermummte an seiner Haustür geschellt, sich als Pizza-Service ausgegeben – und dann eindringliche Warnungen ausgesprochen.

Jüngst kulminierte auch die Fan-Gewalt beim Zweitligisten MSV Duisburg . Nach der Auftaktniederlage gegen den VfR Aalen zerkratzten unbekannte Täter auf dem Parkplatz des Trainingszentrums die Autos des inzwischen entlassenen Trainer-Duos Oliver Reck und Uwe Schubert. Zudem klagte Oliver Reck über anonyme Drohanrufe. Der Anrufer habe etwa mitgeteilt, dass einem Mitglied aus Recks Familie etwas passiert sei. Dies erwies sich zum Glück als falsch.

Dirk Retzlaff



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