Das aktuelle Wetter NRW 14°C
Borussenduell

Die etwas zufriedenere Borussia kommt aus Mönchengladbach

04.12.2011 | 20:40 Uhr
Die etwas zufriedenere Borussia kommt aus Mönchengladbach

Mönchengladbach.  Während der BVB durch das 1:1 gegen Gladbach die Tabellenführung an den FC Bayern verliert, sind die Mönchengladbacher mit dem Punktegewinn deutlich zufriedener. Für Dortmund geht es schon am Dienstag gegen Marseille in der Champions League weiter.

Tiefenentspannt wie nach einer Ayurveda-Kur oder einem Kaffeekränzchen mit Likör hat Lucien Favre nach dem Remis gegen den amtierenden Meister eine Bilanz der vergangenen Monate gezogen. Wie war das eigentlich? Wie hat es Borussia Mönchengladbach geschafft , innerhalb so kurzer Zeit vom Problemkind zum seriösen Mitglied der besseren Gesellschaft der Bundesliga zu reifen?

In Phase eins, so der Gladbacher Trainer, habe er ein Sicherheitsprogramm aufgelegt. Der Klassenerhalt habe einen  wunderbaren Schub gebracht. Und dann sei es in Phase zwei nur noch darum gegangen, die Kreation von Torchancen einzuüben.

Klopp schnell verschwunden

Als Favre im Borussia Park noch in den Erinnerungen schwelgte, als er noch erzählte und erzählte, leise und eindringlich, war der Kollege Jürgen Klopp längst verschwunden. Es hatten sich nämlich beide Trainer mit dem Ergebnis, mit diesem 1:1 vor den Journalisten zufrieden gezeigt, Borussia Dortmunds Chef aber wirkte bei seinen Zufriedenheits-Statements, als könne ihm ein Likörchen nicht schaden.

„Das ist jetzt okay“, verkündete Klopp – ohne sein berühmtes Okay-Lächeln einzuschalten  – und fügte erstens an: „Wir haben uns dazu entschlossen, den Verein nicht aufzulösen, obwohl wir unentschieden gespielt haben.“ Und zweitens: „Wir haben uns nie im Zweikampf mit Bayern München gesehen.“

Gladbach effizient

Mit einem Sieg beim Fast-Absteiger der vergangenen Spielzeit hätten die Dortmunder die kommende Woche auf dem Ligagipfel verbringen dürfen. Ein Sieg hätte der Fußballnation einen zu erwartenden Zweikampf auch klar vor Augen geführt. Und ein Sieg lag in diesem „sehr, sehr intensiven“ (beide Trainer) und „sehr, sehr guten Spiel“ (nur Klopp) für den BVB auch im Bereich des Möglichen. Vor allem letzteres sorgte wohl für diese sich weniger in Worten als in der Mimik ausdrückende leichten Verstimmung beim Trainer der westfälischen Borussia: „Einmal waren wir nicht präsent, machen wir die Schnittstelle auf“, stöhnte er.

Einzelkritik
Nur BVB-Stürmer Lewandowski in Normalform

Torschütze Robert Lewandowski war beim 1:1 in Gladbach auffälligster Dortmunder. Dagegen zeigten Mario Götze, Kevin Großkreutz und Shinji Kagawa im Spitzenspiel eine enttäuschende Leistung. Die BVB-Spieler in der Einzelkritik.

Und schon kreierte die rheinische Borussia nicht nur eine Torchance, sie nahm sie sogar wahr. 72. Minute, ein „Kommunikationsfehler“ in Dortmunds Defensive, wie Verteidiger Felipe Santana später erläuterte, Mike Hanke kommt an den Ball und drischt ihn flach und trocken ins Tor des Gegners. Die Führung, die Robert Lewandowski in der 40. Minute mit seinem ersten Auswärtstreffer und insgesamt bereits zehnten Saisontor hergestellt hatte, war damit dahin. Nicht aber die Idee davon, die  einen Tick bessere Elf gewesen zu sein. „Ein leichtes Frustgefühl ist da“, bekannte Shinji Kagawa quasi als Sprecher des schwarzgelben Kollektivs.

Gladbach ohne Reus

Dass Klopp erklärte, „wir haben vieles richtig gemacht, aber nicht alles“, stimmte aber auch. In der Defensive funktionierte das Sicherheitsprogramm der Dortmunder wie das der Gladbacher. In der Offensive mangelte es beiden Teams an der gedanklichen Schnelligkeit, an der Inspiration, die Sicherheitsprogramme aushebeln kann. Das lag beim BVB daran, dass Mario Götze nicht den üblichen Glanz verbreitete, und daran, dass es den Doppelsechsern Sebastian Kehl und Ilkay Gündogan (für den angeschlagenen Moritz Leitner in der ersten Elf) nicht gelang, dem Spiel eine eindeutige, eine zwingende Struktur zu verleihen. Und bei den Gladbachern konnte Reus (Zehenbruch) nicht antreten , der Toptorjäger und rasante Aufreißer gegnerischer Abwehrketten.

Jetzt kommt Marseille

Remis im Borussen-Duell

Torschütze Hanke fand allerdings weit weniger entspannt als sein bescheiden gegen das Vergessen anarbeitender Trainer, Gladbach habe auch in Abwesenheit des umworbenen Stars hervorragende Arbeit abgeliefert. Und überhaupt sei es „kein Zufall, dass wir da oben stehen“. Was Klopp bestätigen, was ihm aber nicht gefallen wird. Anders als der Kontrahent aus dem Nichts hat seine Mannschaft nämlich ein paar schlauchende zusätzliche Aufgaben vor der Brust, die den Galopp durch die Bundesliga behindern könnten. Dienstagabend braucht der BVB  schon einen hohen Sieg in der Champions League. „Noch dreimal schlafen, dann kommt Olympique Marseille“, errechnete der Borussen-Trainer am Samstag. Jetzt nur noch einmal.

Frank Lamers

Facebook
 
Kommentare
05.12.2011
11:28
Die etwas zufriedenere Borussia kommt aus Mönchengladbach
von boonedaniels | #1

Eine Momentaufnahme.

Folgende Faktum: in der zweiten Halbserie empfängt der BVB zuhause Bayern Leverkusen und Gladbach, sowie auch den Nochverfolger Bremen.

Wenn wir gegen Marseille ausscheiden und Vierter werden, hat das einen Vorteil: wir machen definitiv die ChampLiga klar mit den Plätzen 1-3!

2 Antworten
Die etwas zufriedenere Borussia kommt aus Mönchengladbach
von silencium | #1-1

Wenn Du es schon mit Fakten hast. Fakt ist: die adaptierte Borussia ( Dortmund ) ist momentan 4. in der CL und ich glaube, das wird auch so morgen abend so sein.
Erspart doch euch und Fußballdeutschland eine neuerliche Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb. Da seid ihr mit eurer Zuckertruppe total überfoldert.
Glückauf

silencium
von schwarzgelbesMaskottchen | #1-2

Erspare du uns deine Kommentare zum BVB. Dann wäre schon viel gewonnen.
Glück auf!

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6133700/create

Umfrage
Sollte das Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC Berlin wiederholt werden?
 
Aktuelle Fotos und Videos
Derby in Oberaden
Bildgalerie
Fotostrecke
8. Lippe-Schultriathlon
Bildgalerie
Lippe-Schultriathlon
FC Rhade holt den Titel
Bildgalerie
Fotostrecke
U11 krönt die Saison
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
"Stehplätze gehören zur Fußball-Kultur und sollen bleiben"
Nutzer-Kommentare
Nachdem das Relegationsspiel zwischen Düsseldorf und demBerlin aus dem Ruder gelaufen ist, gibt es eine heftige Diskussion um die Sicherheit in deutschen Fußballstadien. Um die Sicherheit zu gewährleisten sollen Stehplätze in den Stadien abzuschaffen. Was denkt die Fangemeinde dazu?
Foto 1 Kommentare 1
BVB bietet Dauerkarten-Inhabern Sitzplatz-Beschriftung an
Borussia Dortmund
Dauerkarten-Inhaber von Borussia Dortmund können sich ihren Sitzplatz zur Saison 2012/2013 individuell gestalten lassen. Neben dem Namen oder ähnliches wird auf der silbernen Plakette das BVB-Logo und der zweite Stern für den Gewinn der achten deutschen Meisterschaft eingraviert.