Die Doppelbestrafung im Fußball sollte abgeschafft werden

Jan Simunek (links) verlässt nach seiner Roten Karte den Platz, VfL-Trainer Verbeek tröstet ihn.
Jan Simunek (links) verlässt nach seiner Roten Karte den Platz, VfL-Trainer Verbeek tröstet ihn.
Foto: firo
Was wir bereits wissen
  • Die Rote Karte gegen Bochums Jan Simunek im DFB-Pokal gegen die Bayern war zwar regelkonform - aber ungerecht.
  • Das sollte sich ändern.
  • Ein Kommentar von Andreas Ernst.

Essen.. Im Internet wurde Arjen Robben in Fotomontagen zu „Air Robben“. Die blanke Wut, weil er so leicht abhebt und Schwalben produziert. Das Foul an ihm, dem Bayern-Star, das sei betont, war unstrittig. Und damit der Elfmeterpfiff gegen den VfL Bochum – und die Rote Karte gegen Jan Simunek im DFB-Pokal. Diese Doppelbestrafung mag zwar regelkonform sein – ist aber ungerecht!

Bayern Jede Mannschaft ist bei einem leichten Foul im Strafraum mit einem Elfmeter schon genug bestraft, denn der angreifenden Mannschaft wird die klare Torchance zurückgegeben. Mit einem Platzverweis greift der Schiedsrichter trotz eines nicht so schweren Vergehens unverhältnismäßig hart in den Spielverlauf ein – häufig werden die Spiele sogar dadurch entschieden. So sehen das viele, selbst die meisten Schiedsrichter. Der Weltfußballverband Fifa ziert sich noch. Die Fifa-Regelkommission hat immerhin beschlossen, über die Regel nachzudenken. Von einer Entscheidung ist die Fifa aber noch weit entfernt.

Erst gar nicht über einen Videobeweis diskutieren

Das ist sehr ärgerlich. Man braucht erst gar nicht über einen Videobeweis zu diskutieren, wenn die Grundfragen des Fußballs nicht ausreichend beantwortet und geklärt sind. Wann wird ein mit der Hand berührter Ball zum Handspiel? Wann entsteht eine neue Spielsituation, um aus einem aktiven Abseits ein passives zu machen? Reicht der Elferpfiff nicht als Bestrafung?

Bestünde hier Klarheit: Die Wut auf Robben wäre kleiner ausgefallen. Auch beim VfL Bochum.