Die Dopingspur führt in den Osten

Oberhof..  An Russland denkt Wolfgang Pichler gerne zurück. „Ich bin nicht geschädigt aus Russland rausgegangen“, versichert der 59-Jährige, als er am Montag vor seiner Haustür in Ruhpolding steht. Er hat die russischen Biathleten lange betreut, jetzt gibt es im Osten neue Dopingfälle.

Der Name des russischen Nachwuchsskijägers Alexander Loginow, der von seinem Verband bereits Ende November 2014 suspendiert wurde, war dabei bereits bekannt. Nun nannte der Biathlon-Weltverband (IBU) neben Loginow (22) auch noch seinen frischesten Fang im Tümpel der Sünder – den 31-jährigen Sergei Sednew. Dem Ukrainer wurde, wie auch Loginow, Epo-Missbrauch nachgewiesen – durch die erneute Untersuchung von alten, nicht bei Wettkämpfen entnommenen Proben.

Neue Analyse bringt Klarheit

IBU-Präsident Anders Besseberg schwärmte schon am Wochenende von den neuen Kontrollmethoden in seiner Abteilung und konnte es kaum erwarten, mit dem Hinweis auf frisch entlarvte Betrüger an die Öffentlichkeit zu treten. Am Montagmorgen gab die IBU den einen neuen Namen dann offiziell bekannt: Sergei Sednew, bei dem eine zunächst unauffällige Probe vom 22. Januar 2013 im Dezember neu analysiert worden war.

„Der Name Sednew überrascht mich nicht, der hat schon seine Leistungssprünge gehabt“, sagt Wolfgang Pichler, aktuell neben seiner halben Stelle beim Zoll als Mentor für Schwedens Skijäger tätig. „Es gibt halt“, fügt Pichler noch hinzu, „ein paar Nationen, wo man sagen muss: ‚Mei, die probieren’s halt immer wieder.“