Die Berater-Bezahlung muss neu geregelt werden

Einige Vereine arbeiten eng mit bestimmten Beratern zusammen - wie Schalke 04 mit Roger Wittmann (re.).
Einige Vereine arbeiten eng mit bestimmten Beratern zusammen - wie Schalke 04 mit Roger Wittmann (re.).
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Schlimmer als die Höhe der Berater-Honorare ist etwas Anderes: Das Bezahlsystem lädt zu Missbrauch ein, meint DerWesten-Mitarbeiter Sebastian Weßling.

Essen.. Entscheidender als die Höhe der Honorare ist etwas Anderes: Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen – ein einfacher Grundsatz. In der Fußballbranche aber gilt das nicht: Da bezahlen im Grunde die Vereine die Berater, obwohl diese doch für die Spieler arbeiten. In der Regel kassieren sie fünf bis fünfzehn Prozent des Jahresbruttoverdienstes ihrer Spieler, bei Wechseln erhalten sie einen ähnlichen Anteil an Ablösesumme und Handgeld.

Das heißt: Der Berater verdient vor allem dann, wenn sein Klient den Verein wechselt oder den Vertrag verlängert. Das heißt auch: Ein langfristiger Vertrag für seinen Spieler – und erst recht dessen Erfüllung – ist für einen Berater ein schlechtes Geschäft. Damit setzt das Bezahlsystem die völlig falschen Anreize – und lädt auch noch zum Missbrauch ein: Immer wieder hört man von Kickback-Zahlungen, von Schmiergeldern für Berater oder Manager. Angeblich verlangen Klubs von wechselwilligen Spielern sogar, einen bestimmten Vermittler anzuheuern. Ob der dann noch die Interessen des Spielers vertritt, ist mehr als zweifelhaft.

Lesen Sie hier das Pro "Etliche Spieler wären ohne Berater den Vereinen ausgeliefert".