Die 3. Liga hat auch eine Schattenseite

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Was wir bereits wissen
Der DFB preist sein Produkt auch im siebsten Jahr des Bestehens. Aber für viele Vereine, so wie für den MSV Duisburg, bietet die Drittklassigkeit wirtschaftlich keine Perspektive.

Die 3. Liga geht in ihr siebtes Jahr. Ob es daran liegt, dass viele Vereine hinter vorgehaltener Hand zetern wie die unzufriedene Hälfte eines Ehepaars?

Es gibt schon handfeste Gründe für den gärenden Unmut. Keine fußballerischen, das Niveau stimmt. Die besten Drittligisten sind mit den schwächeren Zweitligisten auf Augenhöhe. Wirtschaftlich aber klafft vieles zu weit auseinander.

Der DFB bezeichnet die 3. Liga als Erfolgsmodell, er verweist auf sechs Millionen Euro Umsatz pro Verein, auf die gute TV-Präsenz und die 6000 Besucher im Schnitt, auf die Eishockey, Basketball und Handball in ihren Bundesligen nicht kommen.

Stimmt alles. Und doch bietet die 3. Liga zumindest für Vereine wie den MSV Duisburg keine Perspektive. Es fehlt an attraktiven Gegnern, vor allem an Derbys. Spieler unterzeichnen zwar Amateurverträge, ihr Aufwand und ihre Entlohnung orientieren sich aber an der 2. Liga.

Der Knackpunkt bleibt das Fernsehgeld: Sechs Millionen Etat lassen sich in der 2. Liga komplett aus TV-Geldern finanzieren. In der 3. Liga gibt’s gerade ein Zehntel der Summe, dahinter gähnt ein Abgrund. Solange die Schere so weit auseinander klafft, werden Vereine immer wieder versuchen, mit Gewalt nach oben zu kommen. Und dabei ihre Existenz riskieren. Das ist die Schattenseite der gefeierten 3. Liga, auch in ihrem siebten Jahr.