DHB-Team unterliegt Kroatien - Gegen Slowenien in der Pflicht

Das DHB-Team traf bei der Handball-WM in Katar im ersten Platzierungsspiel auf Kroatien.
Das DHB-Team traf bei der Handball-WM in Katar im ersten Platzierungsspiel auf Kroatien.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Nach dem Aus im WM-Viertelfinale startete für die deutsche Handball-Nationalmannschaft im Platzierungsspiel gegen Kroatien die Mission Olympia 2016 mit einem Dämpfer.

Essen/Doha.. Schon wieder gaben Deutschlands Handballer Durchhalteparolen aus. Nach der zweiten Niederlage bei der WM wurde die letzte Chance beschworen, noch in Katar die Teilnahme an einem Olympia-Qualifikationsturnier zu schaffen. "Irgendwie müssen wir den Kopf frei bekommen und morgen irgendwie gewinnen", sagte Spielmacher Michael Kraus. Im ersten Spiel der Platzierungsrunde um die Ränge fünf bis acht hatten er und seine Kollegen am Freitag in Doha mit 23:28 (11:13) gegen Kroatien verloren.

Nun trifft die deutsche Mannschaft an diesem Samstag (14.30 Uhr MEZ/Sky) im Spiel um den siebten Rang auf Slowenien, das gegen Dänemark mit 33:36 (15:19) den Kürzeren gezogen hatte. Nur der Sieger dieses Duells erobert noch bei dieser WM einen Platz für ein Olympia-Qualifikationsturnier. Der Verlierer muss vor allem auf die EM 2016 in Polen hoffen.

"Die Jungs wollen sich natürlich für ein gutes Turnier belohnen. Wir werden morgen hoffentlich ein gutes Spiel machen und dann haben wir eine Chance", sagte Bundestrainer Dagur Sigurdsson. "Es geht um den siebten Platz. Wir werden noch mal alles in die Waagschale werfen", versprach Bernhard Bauer, der Präsident des Deutschen Handballbundes (DHB).

DHB-Team wirkt kraftlos

Vor nur rund 1200 Zuschauern waren Jens Schöngarth und Uwe Gensheimer mit jeweils sechs Treffern die besten Torschützen für das kraftlose deutsche Team, in dem Stammspieler Steffen Weinhold wegen einer Adduktorenzerrung fehlte. "Man hat heute gemerkt, dass wir sieben Spiele fast am Limit gespielt haben, bis auf Saudi-Arabien. Das hat Kraft und Energie gekostet. Bei Paul Drux war heute der Tank leer. Wenn er fehlt und Steffen Weinhold, die beide Schlüsselleute für unser Angriffsspiel im gesamten Turnier sind, ist damit der Rhythmus ein bisschen verloren gegangen", nannte Sigurdsson als Gründe für die zweite Turnierniederlage.

Binnen 24 Stunden muss der Isländer nun seine Spieler wieder aufpeppen. "Wir müssen ganz tief in die Tasche greifen und alles rausholen. Das ist eine Energiesache. Wenn wir müde werden, kommt es darauf an, clever zu spielen", sagte er.

Zwei Tage nach der 24:26-Niederlage im Viertelfinale gegen Katar startete seine Mannschaft vielversprechend in die Partie. Nach vier Minuten führte sie mit 3:1 und in der zehnten Minute mit 6:4. Dann aber riss der Spielfaden. Neun Minuten lang traf kein Deutscher mehr ins Tor der Kroaten. Teilweise fanden die Spieler um Mittelmann Martin Strobel keine Lücke in der beweglichen Abwehr, zum anderen wurden zu viele Würfe eine Beute des guten Torhüters Mirko Alilovic.

"Wir haben zu viele freie Würfe verballert"

Trotz guter Paraden von Schlussmann Silvio Heinevetter lief die deutsche Mannschaft in der 17. Minute einem 6:8-Rückstand hinterher und beim 7:10 (21.) einen Drei-Tore-Nachteil, den sie aber bis zur Pause wieder auf 11:13 reduzierte. "Wir haben zu viele freie Würfe verballert. Die Abwehr steht ganz gut. Aber uns fehlt es an Durchschlagskraft im Angriff", sagte Teammanager Oliver Roggisch nach den ersten 30 Minuten und bemängelte eine Trefferquote von nicht einmal 50 Prozent.

Kapitän Gensheimer hatte als Marschroute vorgeben, die erste Niederlage des Turniers zu vergessen und sich auf die vorherigen Stärken zu besinnen. "Wir müssen wieder als Mannschaft zusammenstehen", meinte der Linksaußen. Mit eben diesem Elan kam die DHB-Auswahl aufs Parkett zurück und glich zum 13:13 (34.) aus.

Das Aufbäumen aber fiel zu kurz aus. Im Angriff wurden zu viele Bälle leichtfertig vergeben und die deutsche Mannschaft lief in die Konter der Kroaten. Nach dem 14:19 (41.) kämpfte sie sich zwar noch einmal auf 16:19 (44.) heran, war aber nach dem 17:22 (48.) auf verlorenem Posten. (dpa)

So lief das Spiel im Ticker: