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DFB fordert starkes Schiedsrichter-Wesen

18.02.2010 | 16:10 Uhr
DFB fordert starkes Schiedsrichter-Wesen

Frankfurt.Herbert Fandel hat sich für eine Umstrukturierung des Schiedsrichter-Wesens ausgesprochen. „Man sollte einfach Fachleute ranlassen“, so der designierte neue Schiedsrichter-Chef.

Obwohl der Deutsche Fußball-Bund (DFB) den „Fall Manfred Amerell“ offiziell zu den Akten gelegt hat, haben sich die Verantwortlichen auch am Donnerstag ausführlich mit den Folgen der Affäre um den Ex-Schiedsrichtersprecher beschäftigt.

„Unsere Aufgabe ist es, dem Präsidium eine Vorlage zur Neustrukturierung im Schiedsrichter-Wesen zu geben“, sagte der designierte neue Schiedsrichter-Chef Herbert Fandel, der das Treffen einer eigens eingesetzten Kommission in der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main leitete, dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Fandel: „Strukturen müssen auf den Prüfstand“

Fandel besprach mit dem bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) für die Unparteiischen zuständigen Ex-Referee Hellmut Krug, dem DFB-Abteilungsleiter Lutz-Michael Fröhlich und DFB-Direktor Stefan Hans die weitere Vorgehensweise. Schon bis zur nächsten Sitzung des DFB-Präsidiums Mitte März sollen Ergebnisse auf dem Tisch liegen, die der Abhängigkeit der Schiedsrichter von ihren Vorgesetzten entgegenwirken sollen.

„Die Strukturen müssen auf den Prüfstand. Es muss ein sauberes Ergebnis her, damit den Leistungen der deutschen Schiedsrichter genüge getan wird und es eine gute Entwicklung der Schiedsrichter geben kann“, erklärte Fandel, der nach dem Willen von DFB-Präsident Theo Zwanziger beim DFB-Bundestag im Oktober Volker Roth als Vorsitzenden des Schiedsrichter-Ausschusses beerben soll.

Zwanziger: „Wollen ein starkes Schiedsrichter-Wesen“

„Herbert Fandel wird die Dinge auf ein anderes Level bringen. Er wird das Schiedsrichter-Wesen durch Veränderungen verbessern“, erklärte Zwanziger die Aufgabe seines „Wunschkandidaten“ für die Roth-Nachfolge: „Wir wollen ein starkes Schiedsrichter-Wesen, in dem Fehlverhalten Einzelner nicht systematisch unter den Teppich gekehrt werden kann.“

Michael Kempter will möglichst schnell wieder pfeifen.

Ex-Schiedsrichter Fandel will sich bei seiner Strukturreform aber nicht von den in der Bundesliga diskutierten Forderungen leiten lassen. „Die Aufregung, die derzeit herrscht, ist verständlich. Aber wir müssen zu der Ursache zurück. Und die Ursache ist die Geschichte um Manfred Amerell. Es geht darum, daraus zu lernen“, sagte der Konzertpianist aus Kyllburg.

Kempter will bald wieder pfeifen

Von zuletzt aufgekommenen Forderungen wie einer Ausgliederung der Schiedsrichter aus dem DFB, einem Anschluss an die DFL oder der Einführung des Profi-Schiedsrichters hält Fandel nicht allzu viel. „Man sollte es nicht zu bunt treiben und die Kirche im Dorf lassen. Wer glaubt, alles auf den Kopf stellen zu müssen, liegt falsch“, meinte der EM-Schiedsrichter von 2008: „Jetzt sollte man einfach mal die Fachleute ranlassen.“

Unterdessen hat Schiedsrichter Michael Kempter angekündigt, dass er möglichst bald wieder pfeifen will. Allerdings wird der DFB den 27-Jährigen in den kommenden Wochen wohl noch nicht einsetzten. Um den Druck von Kempter zu nehmen, wird der Referee wahrscheinlich bei einem Zweitliga-Spiel auf die Fußball-Bühne zurückkehren. (sid)

DerWesten

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