Deutsches Tennis wenigstens in den Schlagzeilen
13.02.2012 | 19:13 Uhr 2012-02-13T19:13:00+0100
Bamberg/Hagen. Trotzdem gefällt Kohlschreiber-Manager Stephan Fehske die Diskussion nach dem Davis Cup nicht
Die Entschuldigung, ach, die Erklärung für das 1:4 lag auf der Hand. Argentinien hieß der Gegner. Immerhin. Einer der Daviscup-Finalisten des vergangenen Jahres, keine Wald-und-Wiesen-Truppe also. Doch die deutschen Tennis-Herren wählten einen anderen Weg. Sie waren - auf Krawall gebürstet.
Also schimpften sie wie berichtet auf den nicht anwesenden Philipp Kohlschreiber. Der hatte sein Mitwirken wegen einer Krankheit im Vorfeld abgesagt, aber das stand seitens der Mannschaft gar nicht zur Debatte. Einzig das komplette Fernbleiben des Weltranglisten-31. kritisierten zum Beispiel Tommy Haas oder Patrick Kühnen. „Wir hätten uns gewünscht, dass er uns unterstützt“, sagte der Teamchef ruhig, aber doch unmissverständlich.
Ein anderer, Kohlschreibers Manager Stephan Fehske, geriet hingegen einen Tag später in die Schlagzeilen. Weil der Hagener vom Deutschen Tennis Bund als Teammanager für die Veranstaltung abgelehnt worden sei, so berichtete die Süddeutsche Zeitung, habe es Spannungen gegeben, auf Grund derer Kohlschreiber seine Teilnahme offiziell wegen einer Krankheit abgesagt habe. „Quatsch. Das alles hat gar keine Rolle gespielt“, wiederholte Fehske gestern im Gespräch mit dieser Zeitung. „Philipp war krank und ist nicht nach Bamberg gereist, weil er einen ansteckenden Magen-Darm-Virus hatte“, sagte der 28-Jährige.
Ein Interessenkonflikt befürchtet
Da er neben Kohlschreiber auch Florian Mayer betreut, hatten die Spieler im Vorfeld des Achtelfinales tatsächlich den Wunsch geäußert, Fehske möge sich als Teammanager während der Partie in Bamberg um die Mannschaft kümmern. „Das Präsidium des DTB hat das abgelehnt, weil es einen Interessenkonflikt befürchtete“, erklärte Fehske. Und: „Das ist kein Problem für mich gewesen.“ Zumal er trotzdem in Bamberg gewesen sei und die Spieler ihn jederzeit hätten kontaktieren können. „Der Teammanager ist eine Art Mädchen für alles und besitzt eher repräsentative Funktionen“, sagte Fehske.
Alles nicht so wild also? „Das wurde ein bisschen hochgekocht. Ich arbeite sehr konstruktiv mit dem DTB zusammen“, erklärte der Hagener. Und es stimmt wirklich nicht, dass die Spieler sauer darüber waren, ungefragt mitten in der Hartplatz-Saison auf Asche antreten zu müssen? Der Eindruck einer explosiven Gemengelage an der Spitze des deutschen Tennis’ täuscht demnach knapp 100 Tage nach der Amtsübernahme des neuen Präsidenten Karl-Georg Altenburg?
„Gegenseitig zu zerfleischen“
„Es bringt doch nichts, sich gegenseitig zu zerfleischen“, sagte Stephan Fehske. „Außerdem: Worum geht es in der Diskussion? Es wäre kein Ball im Doppel anders gespielt worden, wenn Philipp auf der Tribüne gesessen hätte.“
Im September, in der Abstiegsrelegation, wird Kohlschreiber auf jeden Fall wieder mitspielen. „Das hat er von vornherein gesagt und das ist ein deutliches Zeichen von ihm.“ Fehske selbst ärgert sich über die überspitzte Diskussion sowie die Kritik an seiner Person schon, obwohl er sagte: „Es ist doch gut für die Spieler, wenn die Debatten ein wenig von ihnen weg gehen. So wird wenigstens über unsere Sportart gesprochen.“

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Die deutschen Spieler gehören leider zur zweiten Garnitur