Der Spanier Fernandez springt erstmals zur Goldmedaille

Shanghai..  Kein Osterhase aus Schokolade war vor Javier Fernandez sicher. Ziemlich gut gelaunt, kauend und mit viel Charme überstand der erste spanische Eiskunstlauf-Weltmeister die 60-minütige Pressekonferenz um Mitternacht in Shanghai. „Die Goldmedaille übersteigt meine höchsten Träume. Wissen Sie, meine erste kleine Trainingshalle in Madrid ist heute ein Restaurant“, erklärte der Wintersport-Exot.

Die spanische Presse feierte ihn als „Eidechse auf dem Eis“. Er war als Schüler stets nervös und unruhig, daher hatten seine Kameraden ihm diesen Spitznamen verpasst. Mit einer Liebeserklärung an seine japanische Freundin Miki Ando beendete Fernandez die unterhaltsame Fragestunde: „Sie ist eine zweimalige Weltmeisterin, sie hilft mir und ein Stück der Medaille gehört ihr.“ Wegen der Affinität zu Asien und seines großen Sprungtalents nahmen es ihm die 17 000 Zuschauer im Oriental Sports Center nicht übel, dass er Olympiasieger und Trainingskollege Yuzuru Hanyu übertrumpfe.

Bei den Frauen kam WM-Debütantin Nicole Schott aus Essen nur auf Platz 23, muss allerdings in ihrer ersten internationalen Saison noch nicht mit der Spitze um Weltmeisterin Elisaweta Tuktamyschewa verglichen werden. Beide sind 18 Jahre alt, doch die Russin hat ganz andere Voraussetzungen.

So ließ ihr Trainer Alexej Mischin sie diese Saison überall auf der Welt 13 Wettkämpfe laufen - völlig ungewöhnlich für Eiskunstläufer. „Meine Söhne sind Tennistrainer, deshalb habe ich mir überlegt, dass mehr Herausforderungen auch in unserem Sport nicht schaden können“, sagte der St. Petersburger.