Der Mann, den Schalke fürchtet

Frankfurt..  Fast drei Jahre ist es jetzt her, dass die Eintracht Frankfurt Fußball AG in enger Abstimmung mit der Verkehrsgesellschaft Frankfurt dazu aufgerufen hatte, die „Säulen der Eintracht“ zu wählen. Es ging darum, welche elf Spieler in der U-Bahnstation Willy-Brandt-Platz, dem unterirdischen Drehkreuz im Bankenviertel, an ausgesuchten Säulen überdimensional abgebildet werden. Über 15 000 Teilnehmer beteiligten sich damals, und seitdem können Bernd Hölzenbein und Jürgen Grabowski, Alexander Schur und Uwe Bindewald, Bum-Kun Cha und Anthony Yeobah vom Bahnsteig bestaunt werden.

Würde heute die Prozedur wiederholt, das Ergebnis würde auf einer Position anders ausfallen: Dann wäre nämlich auch Alex Meier dabei. Die Aufnahmebedingungen, mindestens 100 Pflichtspiele oder vier Jahre Zugehörigkeit zum Verein, einen sportlich wie charakterlich prägenden Einfluss, hatte der 1,96-Meter-Schlaks, 288 Erst- und Zweitligaspiele, 96 Tore, auch im Frühjahr 2012 bereits erfüllt, doch da mühte sich die Eintracht gerade in der Zweiten Liga ab. Die Idole der Vergangenheit standen da höher im Kurs.

Dass der scheue Meier auch dieses Wellental mitmachte und 17 Treffer zum Wiederaufstieg beisteuerte, war für ihn eine Selbstverständlichkeit. Alex Meier, in Buchholz in der Nordheide geboren, 2004 vom Hamburger SV nach Frankfurt zur Eintracht gekommen, ist das Gesicht der Adler, fast bekannter als Maskottchen Attila. Fast jedes zweite verkaufte Trikot wird mit seinem Allerweltsnamen beflockt. Und wenn er bei Heimspielen als Torschütze ausgerufen wird, tönt ein „Fußballgott“ von den Rängen hinterher.

Schalke hat Respekt vor Meier

Ob sich die Prozedur an diesem Samstagabend (18.30 Uhr) gegen den FC Schalke 04 wiederholt? Die Schalker haben bereits gehörigen Respekt vor dem 32-Jährigen geäußert, der am vergangenen Sonntag wie selbstverständlich beim 2:2 in Augsburg sein 14. Saisontor erzielte. Macht er so weiter, gehört die Torjägerkanone am Saisonende ihm. Das wäre schon überraschend nach all den Jahren.

Seit einem Jahrzehnt gibt die Nummer 14 die Lebensversicherung und Identifikationsfigur von Eintracht Frankfurt. „Er ist ein Spieler, für den es sich lohnt, jeden Tag im Büro zu arbeiten“, sagte Heribert Bruchhagen einmal. Seinen Lieblingsspieler, der im vergangenen Sommer einen gut dotierten Drei-Jahres-Vertrag unterschrieb, überschüttet der Vorstands-Chef mit Lob. „Alex Meier hat es nicht nötig, sein Trikot zu küssen. Er fällt nicht durch Schlagzeilen, sondern durch Leistung auf.“