Der Kunstrasen ist ein Problem

Ottawa..  Nadine Angerer, die bekannteste deutsche Fußballerin, gehörte zu jener Gruppe, die eine letztlich vergebliche Klage gegen den Weltverband Fifa und den kanadischen Verband CSA gegen die WM auf Kunstrasen angestrengt hatte. Nun spielt und trainiert sie auch bei den Portland Thorns auf den Plastikhalmen, aber gerade im Sommer sei das nicht optimal: „Wir hatten mal in Kansas ein Spiel bei 56 Grad. Da standen draußen die Wassereimer, um die Schuhe abzukühlen. Trotzdem haben sich alle Blasen gelaufen.“

Das aktuelle Problem ist nun ein anderes. Teilweise werden noch ungeheure Mengen Gummigranulat auf den Untergrund gestreut, die den Spielerinnen ein Gefühl geben, wie auf lockerem Sand zu laufen. Die Verletzung von Spielmacherin Dzsenifer Marozsan, die im Training ohne gegnerische Einwirkung mit dem Standbein umknickte und sich eine Bänderdehnung einhandelte, die sie vermutlich um den ersten WM-Einsatz bringt, könnte nach Angerers Auffassung damit zusammenhängen. Wäre das auf Naturrasen passiert? „Hypothetisch, aber ich denke nein.“ Gedacht haben das im deutschen Lager fast alle, ausgesprochen hat es nur eine.