Der Kampf um Anerkennung

Foto: Bongarts/Getty Images
Was wir bereits wissen
Die deutschen Fußballerinnen feiern in der WM-Qualifikation einen Triumph nach dem anderen. Aber wahrgenommen werden sie nicht nur deshalb. Ein Kommentar

Drei Geschichten aus dem Frauenfußball, die es zuletzt in die Schlagzeilen gebracht haben:

Erstens: Celia Okoyino da Mbabi hat geheiratet, und zwar den Ex-Profi Marko Sasic, dessen Vater Milan mal den MSV Duisburg trainiert hat. Nun heißt sie Celia Sasic.

Zweitens: Fatmire Bajramaj, die bei der Heim-WM 2011 erleben musste, wie schnell man in Deutschland vom Glamourgirl zur launigen Diva werden kann, heiratet in ein paar Tagen ebenfalls. Ihr Zukünftiger, Enis Alushi, spielt für den 1. FC Kaiserslautern. Aus Mira Bajramaj, übrigens längst zur allürenfreien Teamspielerin gewandelt, wird dann Mira Alushi.

Drittens: Das Nationalteam von Silvia Neid geht durch die WM-Qualifikation wie die Klinge durch Butter in der Sonne. 9:0 gegen Russland, 13:0 in Slowenien, 4:0 gegen Kroatien, 6:0 in der Slowakei: Im Schnitt macht das ein 8:0.

Was uns das sagt? Dass Silvia Neids Team ganz schön gut ist, dass es international – wie national – ein dramatisches Gefälle gibt, das dem Sport nicht gut tun kann. Und dass es im Kampf um Anerkennung trotz aller Erfolge damit leben muss, hartnäckig über seine nicht-sportliche Seite wahrgenommen zu werden.