Der große Wurf

Geld wirft Tore. Das wissen wir spätestens seit gestern Abend, als das deutsche Handball-Märchen im Wüstensand Katars zerstob.

24:26 - bittere Niederlage gegen den Gastgeber im Viertelfinale.

Deutschland war im Vorfeld der Partie als klarer Favorit ausgemacht worden. Doch die zusammengekaufte, zusammengewürfelte Truppe Katars, für die exorbitante Prämien ausgelobt worden sein sollen, behielt die Oberhand.

Ein Sieg des Geldes?

Und natürlich genoss der Gastgeber in hektischer Atmosphäre bei so manch fragwürdiger Entscheidung die Gunst der Schiedsrichter.

Ein Sieg der Schiedsrichter?

Aus deutscher Sicht ließen sich aus den vermeintlichen Schlechtigkeiten der Umstände trefflich eine Reihe böser Vorwürfe formulieren. Doch dabei würde übersehen, dass die deutschen Handballer beste Chancen hatten, das Halbfinale zu erreichen. Doch sie trafen schlicht die falschen Entscheidungen im entscheidenden Moment. Es war ihr wohl schlechtestes Spiel dieser WM.

Das ist bitter, gewiss. Aber das darf nicht vergessen lassen, wie begeisternd die Auswahl in Katar aufgetreten ist, wie sie auftrumpfte, begeisterte und überraschend Sieg um Sieg einfuhr. Viele große Würfe waren dabei, nur zum ganz großen Wurf Richtung Medaillen hat es nicht gereicht.

Daher sollte aus Enttäuschung schnell Zuversicht werden. Bei Fans und Spielern. Schließlich ist die WM noch nicht vorbei. Es geht für die deutsche Auswahl noch um die Qualifikation für Olympia 2016 in Rio. Das wäre eminent wichtig für den deutschen Handball. Und wenn die Mannschaft hält, was sie derzeit verspricht, dann kann der große Wurf ja auch immer noch gelingen. In der Zukunft.