Der BVB jubelt weiter

Stuttgart..  Borussia Dortmund kommt langsam wieder in die Spur. Mit dem 3:2-(2:1)-Erfolg beim VfB Stuttgart feierte der BVB bereits den dritten Erfolg in Serie. Ilkay Gündogan zeigte sich darüber erleichtert: „Zumindest waren das jetzt mal neun Punkte aus den letzten drei Spielen.“ Der Feststellung, dass dies die optimale Ausbeute sei, ließ der Torschütze zum 2:1 aber Kritik folgen: „Ich denke, über die Art und Weise, wie wir teilweise spielen, müssen wir sprechen .“ Vor allem die zwei Gegentore, meinte er, „dürfen so nicht passieren“. Während die Dortmunder nun aber auf dem Weg ins Mittelfeld sind, bleiben die Stuttgarter abgeschlagen auf dem letzten Platz.

„Richtiger Abstiegskampf“

BVB-Trainer Jürgen Klopp hatte schon vor der Partie angekündigt, dass sich weder die Mannschaft noch er selbst nicht mit dem Champions-League-Spiel in der kommenden Woche beschäftigen würden. „Ich wäre doch ein Idiot, wenn ich jemanden für das Juve-Spiel schonen würde”, hatte Klopp gesagt. Und so begann die Elf, die vor einer Woche die Mainzer mit 4:2 besiegt hatten.

Klopp hatte sein Team mit den Worten „das wird kein Kindergeburtstag, sondern richtiger Abstiegskampf” auf den Rasen geschickt. Pierre-Emerick Aubameyang schien seinen Trainer sehr wörtlich genommen haben. Jedenfalls holte er den Stuttgarter Daniel Schwaab nach nicht einmal 60 Sekunden rüde von den Beinen. Dass es der schnelle Stürmer aus Gabun auch filigraner kann, zeigte er aber dann ein ums andere Mal.

In Minute 15 musste der Stuttgarter Torhüter Sven Ulreich den Fernschuss von Gündogan abprallen lassen. Aubameyang war zur Stelle und schob ein. Schiedsrichter Deniz Aytekin entschied richtigerweise auf Abseits. Zehn Minuten später zeigte Aytekin dann doch zur Mitte. Diesmal war alles korrekt beim Tor von Aubameyang. Das 1:0 für den BVB war bereits der neunte Saisontreffer von Aubameyang. In der Angriffsmitte scheint sich der 25-Jährige richtig wohl zu fühlen.

Dass im Abstiegskampf nicht nur Einsatzwillen, sondern auch technische Finesse ein Vorteil ist, zeigten bei der Vorarbeit zum 1:0 Marco Reus und Shinji Kagawa, als sie mit spielerischem Können die Stuttgarter Abwehr aushebelten.

So überlegen der BVB in der ersten halben Stunde agierte, so überraschend kam das 1:1. In Minute 32 foulte Nuri Sahin den Stuttgarter Georg Niedermeier. Aytekin entschied auf Elfmeter, den Florian Klein zum 1:1 verwertete.

Kein Rot für Sahin

Die Dortmunder hatten sehr viel Glück, dass Sahin nicht vom Platz musste. Denn laut Regelwerk hätte er Rot sehen müssen, weil er Niedermeier an einer Torchance hinderte. Für den VfB war es ein ungewohntes Erlebnis: zuletzt blieb man sechs Mal nacheinander ohne Torerfolg. Die Borussen ließen sich aber nicht aus dem Konzept bringen, schalteten sofort wieder auf Offensive um. Verdienter Lohn: Nach einem feinen Absatztrick von Kagawa netzte Gündogan zum 2:1 ein. Einige Kombinationen des Trios Aubameyang, Reus und Kagawa erinnerten an andere, an bessere Zeiten des BVB. Allerdings versäumten es die Dortmunder, frühzeitig mit einem weiteren Tor einen Strich unter das Spiel zu machen. Immer wieder liefen sie ins Abseits. Immerhin schaffte Reus in Minute 89 das 3:1. Zittern musste der BVB erst am Ende, Niedermeier traf in der Nachspielzeit noch zum 2:3.

Die Dortmunder feierten den dritten Erfolg in Serie nicht wie einen Kindergeburtstag, aber die Freude und Erleichterung stand ihnen nach dem Abpfiff ins Gesicht geschrieben.