Der Blick fällt sogar auf Platz vier

Iserlohn..  Lässig lehnt Mathias Lange mit der linken Schulter an der kalten grauen Betonwand. Sein Torwartdress ist längst in einer dieser riesigen dunklen Sporttaschen verschwunden, die auf ihre Verladung in den Bauch des vor der Düsseldorfer Arena parkenden Busses warten. Lange trägt Schwarz, weil die Trainingsanzüge der Iserlohn Roosters nunmal aus dieser Farbe sind - und nicht etwa, weil alles so traurig ist. Denn das Gegenteil ist dank der frühen Qualifikation für mindestens die Pre-Play-offs in der Deutschen Eishockey Liga der Fall: Die Welt der Sauerländer quillt gerade über vor bunten Bildern, vor Jubel und Freude.

Und Mathias Lange ist ein Garant, wenn nicht der Garant für diesen Erfolg. Er, der Torwart, der ohne seine Ausrüstung gar nicht ausschaut wie ein Riese auf seinem Fachgebiet. Tatsächlich ist der Österreicher mit seinen 1,81 Meter Körpergröße einer der kleinsten Goalies der Liga. Gemessen an seinen Paraden ist Lange jedoch einer der größten, einer der besten.

„Ich bin ein Teil der Mannschaft und konzentriere mich auf meinen Job“, sagt der 29-Jährige gelassen. „Nicht mehr, nicht weniger.“ Sein Job ist in dieser Saison stressig, in 45 der bislang 48 Spiele stand Lange auf dem Eis. Die Lust auf mehr ist zwar ungebrochen bei dem Mann, der vor der vergangenen Saison als Ersatz für Sebastien Caron verpflichtet wurde und sich schneller als erwartet zur unangefochtenen Nummer 1 der Roosters mauserte. Trotzdem sagt Lange: „Jetzt wollen wir unter den besten sechs Teams der Tabelle bleiben und die direkte Qualifikation für das Viertelfinale, denn die Pre-Play-offs können heuer sehr gefährlich werden.“ Außerdem sei die gut einwöchige Pause zwischen dem Ende der Hauptrunde und dem ersten Viertelfinale wichtig, um neue Kraft zu tanken.

Start am 4. oder am 11. März

Rutschen die Roosters als derzeit Tabellenfünfter noch aus den Top Sechs, müssen sie das erste Spiel der so genannten 1. Play-off-Runde bereits am 4. März bestreiten. Als weitere Termine sind der 6. März und der 8. März (für die eventuell entscheidende dritte Partie) angesetzt. Die best-of-7-Serie des Viertelfinales startet am 11. März.

Lange liebäugelt nach dem hart erkämpften 6:3-Sieg bei der Düsseldorfer EG sogar noch mit dem Sprung auf den vierten Tabellenplatz, der Heimrecht im ersten Spiel des Viertelfinales garantiert. „Das wäre super“, sagt er, um im gleichen Atemzug einzuschränken: „Aber die Abstände in der Tabelle sind nach oben wie nach unten ziemlich eng.“ In den ausstehenden vier Spielen treffen die Roosters noch auf den EHC Wolfsburg (20. Februar, Heimspiel), die Kölner Haie (22. Februar, auswärts), den ERC Ingolstadt (27. Februar, Heimspiel) und die Eisbären Berlin (1. März, auswärts).

Mindestens die ersten beiden Partien dürfte Colten Teubert verpassen, wenn der Disziplinarausschuss der DEL ihn nicht noch länger sperrt. Ebenso muss bei Chris Connolly die Entscheidung des Ausschusses abgewartet werden, während Nick Petersen nach seiner dritten großen Strafe lediglich gegen Wolfsburg zum Zuschauen verdammt ist.

Lange und Roosters-Trainer Jari Pasanen lassen sich unmittelbar nach der Schlusssirene die Laune davon nicht verderben. „Was wollen wir? Wollen wir das Haar in der Suppe finden?“, fragt Pasanen. Es ist eine rhetorische Frage.