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Der Beginn einer neuen Ära?

26.03.2013 | 00:21 Uhr

Berlin. Nach dem erlösenden Pokalsieg feierten die Spieler in einer Bar in Berlin-Mitte eine rauschende Partynacht, und selbst der kühle Analytiker Sasa Obradovic zeigte ungewohnte Emotionen. „Das ist mein größter Titel, obwohl ich auch als Spieler schon viel gewonnen habe“, sagte der Trainer des Basketball-Bundesligisten Alba Berlin: „Vielleicht ist dieser Sieg der Beginn einer neuen Ära.“

Der siebte Triumph im BBL-Pokal ist für die Berliner ohne Zweifel ein ganz besonderer. Vier Jahre lang musste der frühere Serienmeister auf eine Trophäe warten, in der heimischen Arena am Ostbahnhof gab es überhaupt noch keinen Titel. Bis jetzt. „Dieser Bann ist endlich gebrochen“, sagte Geschäftsführer Marco Baldi: „Uns gibt das Auftrieb für die nächsten wichtigen Wochen.“

Der hochverdiente Finalsieg beim Top Four in eigener Halle gegen ratiopharm Ulm (85:67) katapultiert die Albatrosse nun auch in die Favoritenrolle für die Meisterschaft. Nachdem die Brose Baskets Bamberg dreimal in Folge die Trophäe holten, soll sie nach 2008 wieder in die Hauptstadt kommen. „Wir haben Blut geleckt und wollen jetzt das Double“, sagte Nationalspieler Yassin Idbihi.

Auch Obradovic schielt mit dem achtmaligen deutschen Meister schon auf die nächsten Trophäen. „Unsere Fans haben sehr lange auf so einen Erfolg gewartet. Ich verspreche, dass wir sie in der Zukunft wieder glücklich machen werden“, sagte der 44 Jahre alte Serbe, der den Klub nach schwierigen Jahren zurück in die Erfolgsspur geführt hat. Obradovic ist genau der Mann, der Alba lange gefehlt hat. Ein akribischer Arbeiter, der bei allem Druck nie seine Ziele aus den Augen verliert. So wunderte es auch nicht, dass er schon eine Stunde nach dem Pokaltriumph nach vorne schaute. „Uns bleibt nicht viel Zeit, das zu genießen. Ich werde weiter hart arbeiten“, sagte er.

Anzumerken war ihm dabei jede Menge Erleichterung. Das Pokalsieger-Shirt hatte er sich über sein weißes Hemd gezogen, in der Hand hielt er eine Flasche Bier, an der er immer wieder nippte, während er mit Fragen gelöchert wurde. „Ich lasse sonst keine großen Emotionen zu, ich gebe einfach immer das Maximum“, sagte er.

Seine Spieler wissen, was sie an ihm haben, sie loben den Vater des Erfolgs in den höchsten Tönen. Genau wie Boss Baldi: „Der Trainer spielt bei diesem Erfolg eine ganz zentrale Rolle.“

Zwischen 1994 und 1997 wirbelte Obradovic für die Albatrosse als Spieler auf dem Feld, gewann 1997 die Meisterschaft. Vor sieben Jahren führte er RheinEnergie Köln als Trainer zum Titel. Das Double mit Berlin wäre die Krönung seiner Karriere, doch daran verschwendet der Weltmeister von 1998 (noch) keinen Gedanken: „Der Pokalsieg ist eine große Motivation für den Rest der Saison. Wir werden sehen, was wir noch erreichen können.“

Thomas Wolfer



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