Der bedrohte Fußball
08.09.2010 | 00:17 Uhr 2010-09-08T00:17:00+0200
Essen.Und wieder sechs Spiele. Scheibchenweise kommen immer mehr Details zum Wettskandal im europäischen Fußball ans Licht.
Vielleicht liegt es an dieser Salamitaktik, dass der Skandal bisher nicht recht an Wucht gewinnen will, auch wenn er hartnäckig als „größter Wettskandal in der Geschichte des europäischen Fußballs“ bezeichnet wird.
Für die Fans hierzulande ist die Dimension trotzdem nicht im Ansatz mit der des Bundesligaskandals von 1970 zu vergleichen. Es geht eben „nur“ um den Verdacht der Manipulation eines U-19-Spiels zwischen Bochum und Bielefeld, nicht um die Bestechung beider Profimannschaften, wie es 1970 der Fall war und wodurch damals mindestens der Abstieg aus der Bundesliga verfälscht wurde.
Trotzdem ist das, was die Justiz in Bochum scheibchenweise bekannt gibt, nicht zu unterschätzen. Der Fußball lebt zu einem großen Teil von seiner Unberechenbarkeit. Der Glaube daran, dass in einem Spiel alles möglich ist, macht seine Faszination aus. Wird er massiv beschädigt, wird auch der Volkssport Nummer eins in Gefahr geraten.
Sollte sich heraus stellen, dass man auf breiter Ebene am Zustandekommen eines Ergebnisses zweifeln muss, würde der Fußball das nicht überleben. Ganz gleich, wie populär er zur Zeit auch sein mag.

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