„Den Laktattest mag kein Fußballer“

Arnsberg..  Das Ambiente des Knappensaals in Arnsberg ist ihm bereits nach seiner spontanen Stippvisite bei der letztjährigen Sauerländer Fußball-Nacht vertraut. Daniel Ginczek (Bild) war der prominenteste Gast der 12. Auflage. Unter dem kräftigen Applaus der besten Fußballer aus dem Hochsauerlandkreis betrat der 24-jährige Fußball-Profi des VfB Stuttgart, ein gebürtiger Neheimer, die ausgeleuchtete Bühne.

Herr Ginczek, Sie kommen gerade aus den USA von Ihrer Hochzeitsreise. Spüren Sie noch den Jetlag?

Daniel Ginczek: Ja, ich habe nicht viel geschlafen heute Nacht. Hinzukommt, dass ich meine kleine Tochter nach zwei Wochen wiedergesehen habe. Sie hat mich auf Trab gehalten.

Ihr Treffer zum 2:1 in Paderborn am letzten Spieltag war wohl das wichtigste Tor, das Sie bisher für den VfB erzielt haben. Die Konstellation war brisant. Weiß man das als Spieler während einer Partie?

Ich habe unseren Mannschaftsarzt in der Halbzeit gefragt. Und der hat gesagt, ihr müsst gewinnen, sonst sieht es böse aus. Zu diesem Zeitpunkt stand es beim HSV noch 0:0. Also hat er mich eigentlich verarscht, wahrscheinlich damit wir uns zerreißen auf dem Platz.

Trainer Huub Stevens sorgte für ein wenig „Affen“-Theater in der vergangenen Saison. Ist er wirklich wie eine knorrige Eiche?

Am Anfang war es schon sehr extrem. Ich glaube, dass es aber auch daran lag, dass wir Tabellenletzter waren. Er hat versucht, neuen Teamgeist in das Team zu bringen. Er ist ein außergewöhnlicher Trainer. In Schalke war er Jahrhundert-Trainer, bei uns ist er Jahrhundert-Retter. Aber ich hoffe, dass ich nicht erneut mit ihm zusammenarbeiten muss. Es ist sehr anstregend. Aber der Erfolg gibt ihm Recht. Als Ex-Dortmunder kann man sich also auch mit einem Schalker anfreunden.

Neuer Trainer, neuer Torhüter beim VfB und am Montag beginnt das Training wieder. Wie fühlt sich dieser Mix an?

Ich habe jetzt fast sechs Wochen Urlaub gehabt. Es war schon ein bisschen zu lang. Ich freue mich, wieder gegen den Ball treten zu dürfen. Leider steht erst der ungeliebte Laktattest auf dem Programm. Den mag kein Fußballer. (lacht)