Degenkolb hofft auf Coup in der „Hölle“

Compiegne..  253,5 Kilometer durch die „Hölle des Nordens“ und am Ende wartet zur Belohnung nur ein Pflasterstein als Siegerpokal. Für John Degenkolb ist es trotzdem Anreiz genug. Der zum 113. Mal ausgetragene Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix ist sein Lieblingsrennen: Im Vorjahr wurde er Zweiter und schrammte am ersten deutschen Sieg seit dem Premierenerfolg von Josef Fischer im Jahre 1896 vorbei. Aber auch andere Fahrer stehen im Mittelpunkt des Rennens.

Die deutsche Hoffnung: Für Degenkolb wäre es ein Traum, einmal auf der alten Betonpiste in Roubaix zu triumphieren. „Die Form stimmt und das Rennen liegt mir besser als die Flandern-Rundfahrt. Ich bin zuversichtlich“, sagt der 26-Jährige. Bei der Flandern-Rundfahrt war er auf Platz sieben gefahren, zuvor hatte er schon bei Mailand-Sanremo seinen ersten großen Klassiker-Sieg eingefahren.

Der Seitenwechsler: Sir Bradley Wiggins hat sich bewusst Paris-Roubaix für das Ende seiner Straßenradkarriere ausgesucht. „Das Rennen ist ein Kindheitstraum von mir“, sagt der Tour-de-France-Sieger von 2012 und ergänzt: „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass das Rennen mal von einem Dopingskandal überschattet worden ist. Es geht um nichts anderes als um Radsport.“ Wiggins, 2014 Neunter, widmet sich nach dem Rennen wieder dem Bahnradsport und nimmt Olympia-Gold 2016 in Rio in Angriff nehmen.

Der Seriensieger: Alexander Kristoff ist der Mann der Stunde. Am Mittwoch gewann der Norweger auch den Scheldeprijs und machte den sechsten Sieg in neun Tagen perfekt. „Ich hoffe, ich kann meine Serie in Roubaix fortführen, aber das Rennen ist anders. Ich habe dort bislang nie gut abgeschnitten.“

Der Titelverteidiger: Niki Terpstra nutze im vergangenen Jahr die Gunst der Stunde und fuhr bei Paris-Roubaix einen Solosieg ein. Der Niederländer profitierte davon, dass aus der Spitzengruppe keiner so recht hinterherfahren wollte. Dass der Gewinn kein One-Hit-Wonder war, bewies Terpstra am letzten Sonntag bei der Flandern-Rundfahrt, als er mit Kristoff weit vor dem Ziel davonfuhr und nur im Schlusssprint unterlegen war. Roubaix liegt dem tempoharten Ex-Milram-Profi.