„Das wird ein Spiel auf Biegen und Brechen“

Oberhausen..  Es war der 27. Februar 1971, und damit ist es fast auf den Tag 44 Jahre her: Damals erwartete Rot-Weiß Oberhausen im Niederrheinstadion Rot-Weiss Essen. Es war das letzte Duell in der Fußball-Bundesliga zwischen den beiden Nachbarn. 25 000 Zuschauer, bei den Gastgebern spielten Haudegen wie Uwe Kliemann, der Vorstopper mit dem Lockenkopf, auf der Trainerbank saß Adi Preißler. Die Essener kamen mit Erich Beer und Willi Lippens. Klangvolle Namen, aber am Ende gab es trotzdem nur ein mageres 0:0.

Das soll am Sonntag anders werden. Um 14 Uhr treffen die beiden Rivalen wieder im Niederrheinstadion aufeinander, diesmal allerdings in der Regionalliga. Trotzdem ist das Interesse der Fans riesig. RWO erwartet 12 000 Zuschauer, der größte Zahltag der Saison in Oberhausen.

Die Kasse hätte noch lauter klingeln können, aber in Essen wurden bislang nur rund 2000 Tickets verkauft. RWE, als Spitzenreiter in die Weihnachtspause gegangen, hatte keinen guten Winter. Erst der Dopingfall, dann eine 0:1-Niederlage bei Alemannia Aachen. Die Aachener zogen an den Essenern vorbei, und auch der folgende 1:0-Sieg von RWE gegen den Abstiegskandidaten VfL Bochum II war eher mühe- als glanzvoll.

Eine ganz andere Nummer war das Hinspiel in dieser Saison: Oberhausen hatte an der Hafenstraße schon 4:2 geführt, doch vor heimischer Kulisse machten die Essener vier Minuten vor dem Schlusspfiff tatsächlich noch den Treffer zum 4:4-Endstand.

RWE-Trainer Marc Fascher kann sich nur zu gut an dieses Nervenspiel erinnern und warnt seine Spieler und das Umfeld: „Das wird wieder eine harte Nummer“, sagt er. „Ein Spiel auf Biegen und Brechen.“

Offensichtlich genau das, was auch die Spieler mögen. RWE-Verteidiger Peter Huckle hat vor dem Derby seinen Vertrag um ein Jahr verlängert. „Er ist mit seiner Erfahrung eine wichtige Säule in der Mannschaft“, freut sich Sportvorstand Uwe Harttgen.