Das Geschäft mit der Ehrlichkeit

Luis Figo war schon früher auf dem Fußballplatz ein erfrischender Typ. Der Portugiese verblüffte seine Gegner damals mit Zauberpässen, heute überlistet er sie mit gnadenloser Offenheit.

Figo schenkt sich bei seiner Bewerbung um das Amt des Fifa-Präsidenten das branchenübliche, hohle Gerede von Transparenz und fairem Umgang miteinander. Figo weiß eben schon sein ganzes Leben lang, wie man gewinnt. Und bei Fifa-Wahlen fängt man die Stimmen mit Geld. Also verspricht der Portugiese die Ausschüttung von einer Milliarde Euro an die 209 Mitgliedsländer und will zudem die WM aufblähen.

Nach seinem Wunsch sollen bald 48 Nationen mitspielen, die dann durch entsprechende Vermarktung alle noch mehr verdienen können.

Joseph Blatter, der bisherige Fifa-Präsident, wird damit also gerade mit seinen eigenen Methoden rechts überholt. Wahrscheinlich wird er schon in Kürze versprechen, zwei Milliarden Euro zu verteilen. Und eine WM mit 64 Nationen findet er bestimmt auch nicht schlecht.

Außerdem wäre damit auch sofort der Streit um einen WM-Termin 2022 in Katar vom Tisch. Man könnte direkt von August bis Dezember durchspielen, und alle wären glücklich. Zumindest die Funktionäre...