Das alte Derby: RWO gegen MSV

Duisburg..  Als Zlatko Janjic Ende Juni 2014 zum MSV Duisburg wechselte, atmete Zebra-Manager Ivica Grlic kräftig durch. Bevor „Jani“ seine Unterschrift unter den Dreijahresvertrag bei den Meiderichern setzte, waren etliche Gespräche erforderlich. Grlic kämpfte wie ein Löwe um seinen neuen Schlüsselspieler, der beim Zweitligisten FC Erzgebirge Aue nicht mehr die nötige Wertschätzung erfuhr. In Duisburg ist das anders, und das möchte Janjic an diesem Mittwoch (19.30 Uhr) auch wieder im Niederrheinpokal-Halbfinale bei Rot-Weiß Oberhausen unter Beweis stellen.

Anpfiff um 19.30 Uhr bei RWO

„Ivo musste anfangs viel Überzeugungsarbeit leisten. Er war aber sehr hartnäckig und hat richtig um mich gefightet. So etwas habe ich in meiner bisherigen Laufbahn noch nicht erlebt. Auch deswegen möchte ich dem MSV etwas zurückgeben“, sagt der Familienvater, der mit Ehefrau Nadine sowie den Kindern Zoe (6) und Emilio (4) in Duisburg längst heimisch geworden ist.

Zurückgezahlt hat Janjic das in ihn gesetzte Vertrauen mit aktuell 15 Saisontoren in der 3. Liga. Zwar leistete sich der MSV seit dem Winter den einen oder anderen Patzer, trotzdem steuern die Zebras mittlerweile auf Zweitliga-Kurs und belegen derzeit den Relegationsrang. Und daran hat Zlatko Janjic großen Anteil.. „Janjic ist ein Spieler, der den Unterschied ausmachen kann“, sagt Trainer Gino Lettieri, der weiß, was er an seinem Offensivmann hat.

Der gebürtige Bosnier flüchtete 1992 mit seinen Eltern aufgrund der besorgniserregenden Lage auf dem Balkan nach Deutschland. Familie Janjic landete in Bielefeld, Zlatko begann seine Fußballlaufbahn beim Vorortklub TuS Jöllenbeck, wechselte dann zu Arminia Bielefeld und kam dort sogar zu 13 Bundesligaspielen.

Über Wehen-Wiesbaden, wo er bereits mit Gino Lettieri zusammenarbeitete, und Aue landete das Schlitzohr schließlich in Duisburg. Dass es sich nur um die dritte Spielklasse handelt, soll eine Momentaufnahme sein. Janjic: „Ich will hier nicht drei Jahre verbringen, sondern muss wieder eine Etage höher.“

Im Moment stimmt der eingeschlagene Weg. Die Zebras haben bei sechs ausstehenden Spielen gute Karten, den erhofften Sprung nach oben zu packen. Und parallel dazu in den DFB-Pokal einzuziehen. Auf der Ebene des Niederrhein-Pokals sind dafür noch zwei Siege nötig.

Doch solche Rechenspiele sind für Janjic tabu. „Stillstand ist Rückschritt“, sagt der 28-Jährige und sieht sich im für ihn „besten Alter“.

Aufgestiegen ist Zlatko Janjic übrigens in seiner Profi-Karriere bisher noch nicht...